Badehausteam erledigt jährlichen Großputz

Hochdruck gegen Ekel-Glibber

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Der Zugang zum Schlammwasserbehälter erinnert an die Trommel einer Waschmaschine. Und ist auch nicht viel größer. Immerhin können die Badehausmitarbeiter drinnen im Stehen den Dreck von den Wänden spritzen.

Urberach -  Das Schwimmbad des Badehauses ist derzeit wegen des jährlichen Großputzes geschlossen. Von Michael Löw

Schwimmmeister Claudius Lamprecht und seine Kollegen müssen auch Arbeiten mit Ekelfaktor erledigen, damit ihre Gäste ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag wieder in blitzblanke Becken eintauchen können. Zwei Wochen Putzpause im Hallenbad ausgerechnet während des Winters, wenn sich Klein und Groß gern im geheizten Wasser tummeln? Das klingt unlogisch, hat sich aber als bestmöglicher Termin herausgestellt. Früher fand die Grundreinigung im Sommer statt. Doch das kostete die Stadt - auch zur eigenen Überraschung - mehr Besucher als die Schließung Mitte Dezember.

Badehausleiter Claudius Lamprecht und sieben Kollegen sind seit dem 11. Dezember allein auf weiter Flur. Zuerst haben sie rund 400 Kubikmeter Wasser aus dem Schwimmerbecken laufen lassen. Volle zwei Tage hat"s gedauert - sonst hätte der Druckunterschied Fliesen und Fugen zu schaffen gemacht. Mit Schrubber und Reinigungspads haben die Badehausmitarbeiter etliche hundert Quadratmeter Wände und Boden geputzt und am Ende noch vorsichtig mit dem Hochdruckreiniger „gekärchert“. Nach zwei Tagen waren sie fertig, dann wurden das große Becken innerhalb zwei weiterer Tage gefüllt und das Wasser auf kuschelige 28 Grad geheizt.

Die „Trockenzeit“ nutzte Markus Reents, um viele der 22 Unterwasserstrahler auszutauschen. „Die LEDs sind über die Jahre blind geworden“, erläutert er. Die Reinigung der riesigen Fenster sowie der Fußböden und der Beckenumläufe im Obergeschoss war danach schnell erledigte Routine.

Babyschwimmen im Badehaus Urberach

Zwei Tage dauert"s, bis sich das 25-Meter-Becken nach der Grundreinigung wieder mit Wasser füllt.

Schmutzige Routine ist dagegen das Saubermachen des Schlammwasserbehälters im Keller des Badehauses. Der ist etwa 17 Kubikmeter groß und sammelt das Wasser, mit dem die Filter gespült werden. An den Wänden des Tanks setzt sich übers Jahr eine schwarze Glibberschicht ab, der Claudius Lamprecht, Markus Reents und Yvonne Schmidt mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken. „Der Arbeitsaufwand ist vertretbar, der Ekelfaktor hoch“, meint Reents. Denn an den Dreck kommt nur, wer sich durch ein vielleicht 50 Zentimeter enges Bullauge in den Tank quetscht - die Lanze des Dampfstrahlers voran. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei.

Heute und morgen ist noch ein bisschen Kosmetik angesagt, am zweiten Weihnachtsfeiertag öffnet das Schwimmbad wieder. Und zwar blitzblank - auch da, wo die Besucher nicht hinkommen und hinschauen.

Quelle: op-online.de

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