Von großer Eindringlichkeit

Junge Schauspieler zeigen, wie Altersgenossen im KZ starben

Jämmerliches Leben in Baracken oder sofortiger Tod in der Gaskammer? Die jungen Schauspieler stehen auf dem Appellplatz eines namenlosen Konzentrationslagers wie einst ihre jüdischen Altersgenossen. 
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Jämmerliches Leben in Baracken oder sofortiger Tod in der Gaskammer? Die jungen Schauspieler stehen auf dem Appellplatz eines namenlosen Konzentrationslagers wie einst ihre jüdischen Altersgenossen. 

Zwölf Oberstufenschüler haben zusammen mit dem Urberacher Regisseur und Theaterpädagogen Oliver Nedelmann ein ebenso beeindruckendes wie beklemmendes Theaterstück vom Leben und Sterben jüdischer Jugendlicher im KZ auf die Bühne gebracht.

Urberach –  „Aber es ist doch für immer passiert“ hat am Freitag, 28. Februar, in der Kelterscheune Premiere. 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal – und damit auch die Befreiung der deutschen Konzentrationslager. Darum hat die Initiative Stolpersteine in Rödermark das Theaterprojekt „Aber es ist doch für immer passiert“ angeschoben. 

Die Worte „für immer“ schlagen die Brücke von der Schreckensherrschaft der Nazis in unsere Zeit. Der Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke oder die Terroristen von Halle und Hanau wurden letztlich von dieser Ideologie zu ihren Taten angestachelt.

Seit September 2019 improvisierten, schrieben und probten die 15- bis 18-Jährigen der Nell-Breuning-Schule Rödermark, der Ricarda-Huch-Schule Dreieich, des Adolf-Reichwein-Gymnasiums Heusenstamm und der Claus-von-Stauffenberg-Schule Rodgau. Sie spielen nicht irgendein jüdisches Schicksal nach, sondern das von Rosa Hecht: 1925 in Ober-Roden geboren, 1938 von Frankfurt deportiert, 1941 in Minsk gestorben. Es ist die Nähe – sowohl vom Ort als auch vom Alter her –, die die Schauspieler so betroffen macht. Sie hätten, so der Tenor der Jugendlichen, in den Monaten des Probens mehr über Nazi-Zeit, Ghettos und Konzentrationslager gelernt als im Unterricht oder selbst durch Klassenfahrten zu den Orten des Grauens.  

Vorstellungen:

Die Premiere morgen in Urberach ist ausverkauft. Weitere Aufführungen sind am Donnerstag, 5. März, um 16.30 und um 19 Uhr in der Nell-Breuning-Schule und am Donnerstag, 12. März, um 20 Uhr im Wohnzimmertheater Nedelmann in Urberach geplant. Karten gibt's nach einem Anruf unter 06074 4827616.

Quelle: op-online.de

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