Wenn ich Bürgermeister wäre ...

Kinder schreiben für Rathaus-Chef Jörg Rotter eine lange Wunschliste

Erziehungswissenschaftlerin Beate Rauch, Vorsitzende des DKSB Rödermark, stellte die Wünsche der Kinder vor, die sie als Bürgermeister verwirklichen würden. Der richtige Rathaus-Chef, Jörg Rotter (Zweiter von links) hörte aufmerksam zu.
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Erziehungswissenschaftlerin Beate Rauch, Vorsitzende des DKSB Rödermark, stellte die Wünsche der Kinder vor, die sie als Bürgermeister verwirklichen würden. Der richtige Rathaus-Chef, Jörg Rotter (Zweiter von links) hörte aufmerksam zu.

Im Zuge einer Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes haben Kinder dem Rathaus-Chef Jörg Rotter Wünsche ans Herz gelegt. Das Motto der Aktion: „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich...“. Anlass dazu war der „Tag der Kinderrechte“, der in diesem Jahr 30. Geburtstag feiert.

Urberach – „Eine Schwimmhalle mit kostenlosem Eintritt für Kinder, ein Platz mit vielen Blumen für die Bienen, ein Krankenhaus, ein schönes Haus für Kinder ohne Eltern, alle Fußballplätze reparieren und ordentlich machen, weniger Zigaretten und Shisha-Pfeifen herstellen, aber dafür ein neues Shopping Center“: Das alles sind Wünsche, die Kinder im Zuge einer Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes dem Rathaus-Chef Jörg Rotter ans Herz legten. Das Motto der Aktion: „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich . . . “. Anlass dazu war der „Tag der Kinderrechte“, der in diesem Jahr 30. Geburtstag feiert.

An den Grundschulen wie auch in der Schulkinderbetreuung hatte der Kinderschutzbund (DKSB) Wunschkarten verteilt und gebeten, klassenweise darauf zu schreiben, was sie machen würden, wenn sie Rathaus-Chef wären. Jetzt übergaben die Kinder unter anderem aus der Schulkinderbetreuung in Ober-Roden und Urberach, teils zusammen mit ihren Eltern in der Halle Urberach ihre Vorstellungen im Beisein der Mitarbeiterinnen des DKSB an Jörg Rotter. Auch machten sie ihm klar, dass sie es sehr wohl ernst meinen mit ihren Aufträgen – auch wenn manche davon für Erwachsenenohren vielleicht ausgefallen klangen.

Viele Wünsche: mehr Zebrastreifen, mehr Ampeln, ein großes Schwimmbad

Aus der Klasse 2a der Schule an den Linden kamen Wünsche wie günstigeres Kinderspielzeug, mehr Zebrastreifen, mehr Ampeln, ein großes Schwimmbad, die Vergrößerung der Skaterbahn und vor allem „mehr für die Umwelt“.

Mathilda aus der Klasse 3e versprach mit zwei Freundinnen: „Wir würden gerne mehr öffentliche Mülleimer besorgen!“ Charly aus der Klasse 3c möchte eine Müllaktion machen, „damit nicht mehr so viel auf der Straße liegt!“ Insgesamt kam 28 mal das Thema Müll auf den Karten zurück; Spitzenreiter war das Wort „Mülleimer“.

Daniel etwa wünscht sich „mehr Pflanzen im Wald in Waldacker und mehr Naturschutzgebiete“. „Mehr Bäume und Pflanzen“ kam zwölfmal in den Antworten vor. Generell war der Klimaschutz ein ganz großes Thema – vor allem solle weniger Müll und weniger Plastik produziert werden. Wichtig waren auch Themen wie Solarenergie oder Infrastruktur: An erster Stelle standen dabei mehr Spielplätze! Aber auch: eine Unterführung für die Bahn, mehr Blitzer und mehr 30er-Zonen – die Kinder sprachen aus ihrem ganz persönlichen Alltag.

„Das Rauchen verbieten!“

Eine Kletterwand, eine Rollschuhbahn, ein Mitmach-Museum, bessere Toiletten an den Schulen oder so große Unterfangen wie „Das Rauchen verbieten!“ oder bessere Bedingungen „für ganz arme Leute“ machten die Vorhaben bunt; aber auch „Tierheime bauen“ oder „ein Freibad“ oder eine Halfpipe in Ober-Roden. DKSB-Vorsitzende Beate Rauch war beeindruckt: „Die Kinder haben das sehr, sehr schön geschrieben.“

Ausgesprochen konzentriert waren die Kinder beim Zuhören, als es darum ging, was sich ihre Altersgenossen alles wünschen.

Im Gespräch mit dem interessiert lauschenden Bürgermeister kam immer wieder das Spielplatz-Thema ins Gespräch – mal mehr davon, mal größere, meist aber „möglichst mit Wasser“. Rotter sammelte alles und fasste zusammen: „Es war manches Neue dabei, wobei ich es toll finde, dass das Thema Müll auch bei euch angekommen ist und schon in eurem jungen Leben im Bewusstsein ist; da haben die Kindergärten schon gute Vorarbeit geleistet. Mit Mülleimern ist das aber nicht getan, es geht darum mehr Müll zu vermeiden und etwa keine Dinge zu kaufen, die man nicht braucht.“

Das Thema Kletterwald scheitert derzeit an den passenden Waldflächen, gerade nach den Zerstörungen der letzten Jahre. Stephanie Grabs, Leiterin des Fachabreilung Jugend der Stadt, erinnerte an die Kletterwand im alten Feuerwehrhaus. Jörg Rotter aber bestätigte, dass es sehr wohl ein Thema ist, wie die Stadt weiter begrünt und belebt wird.

Rede und Antwort

Ein Problem sind weitere Zebrastreifen, so der Rathauschef, weil es „in Deutschland nicht so einfach ist, Streifen auf die Straße zu malen ...“, zumal es auch von Experten nicht als positiv erachtet wird. Große Heiterkeit unter den Erwachsenen, aber auch zustimmendes Kopfnicken löste der kindliche Bürgermeisterwunsch aus: „Ich hätte gerne eine von zwei Shisha-Bars weg, denn die braucht man nicht! Und ich hätte gerne eine Zockerhalle!“

Leo, direkt neben dem Bürgermeister platziert, fasst das zusammen: „Da hast du aber ganz schön viel zu tun!“ Rotter: „Aber wenn man nicht so viel Geld hat, muss man das einteilen und Schwerpunkte setzen. Wir werden eure Vorstellungen aber immer mit bedenken.“  

chz

Quelle: op-online.de

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