Aufführung des MTV Urberach

Getanztes Märchen

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Der russische Tanz im Zuckerschloss war eine der vielen Möglichkeiten, die gut 130 Tänzerinnen ab vier Jahren ins Bühnenprogramm einzubauen.Ziesecke

Ober-Roden - MTV-Ballettlehrerin Susanne Voss bringt bei „Nussknacker“-Aufführung mehr als 130 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Kulturhallen-Bühne. Viele Eltern halfen bei der Vorbereitung.

Da strahlen nicht nur Omas und Opas: Mehr als 130 Tänzerinnen ab vier Jahren und ein Tänzer bevölkerten die Kulturhallen-Bühne; alle waren in zauberhafte Kostüme gewandet und tanzten teils rockig, überwiegend klassisch vom Pas de deux bis zur großflächigen Gruppenchoreographie. Es war ein kunterbunter Augenschmaus, was da am Sonntagnachmittag geboten wurde. Verantwortlich für das Programm war Ballettlehrerin Susanne Voss, die beim MTV Urberach viele Kurse leitet. Mit ausdrucksstarkem Jazztanz zu aktuellen Popsongs, eindrucksvoll von den älteren Tänzerinnen, teilweise schon Mütter der Ballettratten, dargeboten, wurden die Gäste aufgewärmt. Den zweiten Teil bildete das Märchen vom „Nussknacker“ mit der Musik von Peter Tschaikowski.

Im Mittelpunkt steht Clara, getanzt von Laura Rosskopf, die am Weihnachtsabend einen Nussknacker geschenkt bekommt (Merle Sauer), der sich in Claras Traum durch viele Geschichten kämpft und sich in einen Prinzen verwandelt. Der Prinz reist mit Klara in das Reich der Süßigkeiten, wo die Zuckerfee ein Fest mit vielen Tänzen veranstaltet. Damit war die breite Palette für erste Bühneschritte der Allerjüngsten bis hin zu großem Spitzentanz der älteren Elevinnen gebreitet, die von Susanne Voss choreographisch auch weidlich genutzt wurde. Viele der Schülerinnen (mit Jan Klöckner als einzigem Mann in ihrer Mitte) tanzten in mehreren Rollen. Die Jüngsten hatten sichtbar großen Spaß an ihren Auftritten, die sie nicht als Belastung, sondern als großes Vergnügen betrachteten.

Ein Berg von Kostümen

Eva Wassong und fleißige Mamas haben wieder Berge von Kostümen angefertigt. Deshalb ging der besondere Dank von Susanne Voss auch an ihr Team: Anja Neumann fürs Bühnenbild, Christoph Claßen für die Musik, Falco Trompeter und Frederik Voss sowie an ihren „Festausschuss“ Antje Metz, Claudia Raedler, Petra Döpkemeyer und Sabine Habisch. Vor allem aber dankte sie auch den Eltern, die stets für ihre Kinder Taxi spielten und bei den Vor- und Nachbereitungen halfen. Susanne Voss (45) unterrichtet seit 1992 im Rhein- Main Gebiet und seit 2003 beim MTV in Urberach. Sie ist nicht die klassische Ballettlehrerin, wie man sie sich vorstellt, nicht ernst und akkurat bis in die Haarspitzen, sondern locker, ungezwungen und auch in ihren Anforderungen einfach „anders“: „Die Kinder und Jugendlichen müssen nicht wie Profis agieren, sie sollten Spaß haben an dem, was sie tun. Mir ist wichtig, dass sie beim Verlassen der Bühne sagen: Das hab ich gut gemacht!“

Bilder vom MTV-Abend

Ausdrucksstarker Jazztanz zu Popsongs

Und sie weiß, wovon sie spricht – schließlich tanzt auch Tochter Carina mit. Sie möchte ernst genommen werden auch ohne großen Druck, dafür geht sie ihrerseits auch auf Wünsche und Vorstellungen ihrer Schüler ein: „Und wenn jemand kurz vor dem Auftritt sagt, er kann da nicht raus gehen, dann muss er das nicht. Dann schauen wir uns das gemeinsam hinterm Vorhang an.“ Susanne Voss nimmt jedes Kind an, das gerne tanzen möchte, und sie versucht immer, Mut zu machen. Deshalb meldet sie ihre Tänzerinnen und Tänzer auch nicht zu Wettkämpfen an: „Denn dann müsste ich ja auswählen, und das möchte ich niemandem antun.“ Derzeit leitet Susanne Voss drei Jazztanz- und zwölf klassische Tanzgruppen verschiedenen Alters, dazu die Spitzentanz-Stunde. Wer zwölf Jahre alt ist, kann frei aussuchen, was er machen möchte.

Durch die Verschiebung des Auftritts in die voradventliche Zeit („Nussknacker an Ostern ging einfach gar nicht“, erläutert Susanne Voss.) werden die Zuschauer erst mal eine Weile Geduld haben müssen. Den nächsten großen Ballettauftritt wird’s wohl nicht vorm Frühjahr 2014 geben. 

chz

Quelle: op-online.de

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