Zwei WM-Titel dank perfekter Haltung

MTV-Synchronschwimmer sammeln in Südkorea Medaillen

Perfekte Haltung: Die Synchronschwimm-Mannschaft des MTV – hier Tania Reinbold – gewann bei der Weltmeisterschaft in Südkorea Gold.

In Gwangju in Südkorea startete die Synchronschwimm-Mannschaft des MTV Urberach die Mission Titelverteidigung. Und sie hatten Erfolg bei der Weltmeisterschaft, den 18. FINA Masters World Masters Championships.

Urberach - Zwei Gold- sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille waren der Lohn. Dazu gab"s mehrere Plätze unter den besten Zehn.

Das Synchronschwimmen ist eine beim MTV seit Jahrzehnten gepflegte Nischen-Sportart und wird nach einem komplizierten Regelwerk ausgetragen: Bei Solo, Duett, Mixed-Duett und Gruppe muss zunächst eine technische Kür absolviert werden, wobei verschiedene Pflichtelemente in einer vorgeschriebenen Reihenfolge gezeigt werden müssen. Danach steht die freie Kür auf dem Programm. Die Wertungen beider Küren ergeben das Gesamtresultat.

Das MTV-Ehepaar Heide Moos und Jürgen Gehrig aus Amorbach konnte sowohl in der Technik als auch in der freien Kür überzeugen und verdient den Erfolg der WM 2017 in Budapest wiederholen. Im Team setze sich Heide Moos mit Manuela Eder, Tania Reinbold und Anette Domijan ebenfalls gegen die Konkurrenz durch und durfte sich über eine Goldmedaille und den Weltmeistertitel freuen. Zum Schluss glänzte die Truppe, ergänzt durch Marita Prehl, noch bei der freien Kombination und behauptete sich als kleinste Mannschaft.

Große Freude über völlig unerwarteten Titel

Die Freude über den völlig unerwarteten Vizeweltmeistertitel war riesengroß, zumal ihnen 170 Teilnehmer das Siegen schwer machten. Gestartet wird in Duetten, Quartetten oder mehr – je weniger Schwimmerinnen, desto mehr Punktabzug gibt’s, weil natürlich die Schwierigkeit der Synchronität mit der Zahl der Teilnehmer steigt. Achter-Gruppen sind das Non-plus-Ultra.

„In der Kombination, in der alle Disziplinen in einer Kür integriert werden, musste man uns fast aufs Podium schubsen, weil die Gruppe es nicht glauben konnte, auf dem Silberplatz zu liegen“, berichtete Teamchefin Manuela Eder nach der Rückkehr. „Mit unserem letzten Wettkampf haben wir die Silbermedaille geholt, und dabei sind wir am Vorabend noch ‚all you can eat‘ essen gegangen!“

Überhaupt hat sich gezeigt, dass man es als Ausländer nicht gerade leicht hat, in Südkorea völlig auf sich gestellt pünktlich bei Wettkämpfen anzukommen oder etwa risikoarm zu essen. Kommunikation funktionierte oft mit Händen und Füßen, manchmal auch mit Manuela Eders Spanisch-Wortschatz. „Aber gegessen haben wir vorsichtshalber nur da, wo Bildchen auf der Speisekarte waren. Wer möchte schon vor einem Wettkampf Hund, Katze oder Maus?“

„Es hat einfach alles gepasst!“

Ein Kapitel für sich ist lange persönliche Vorbereitung: morgens etwa zweieinhalb bis drei Stunden, bis alles passt: Schminken, Unmengen Gelatine für die Haare und vieles mehr.

Im Vorfeld schon ist stets die große Frage: Was zeige ich? Womit kann ich mit nur fünf Schwimmerinnen gegen Gruppen mit neun bis zehn Starterinnen punkten? Fünf Frauen und ein dazugehöriger (Ehe-)Mann, alle zwischen 31 und 55 Jahren jung. Das Paar Moos/Gehrig ging als Titelverteidiger an den Start dieser zweiten WM und konnte den Sieg bei der ersten mit einem deutlichen Sieg gegen ein koreanisches Paar wiederholen. „Es hat einfach alles gepasst!“

Die Choreografie gestalten die Sportler selbst, und es könnte schon immer noch etwas schwieriger, schöner, besser sein. Eine Schwimmerin oder ein Schwimmer steht immer am Beckenrand und kümmert sich um Musik oder Handyaufnahmen zur Dokumentation. Zu langsam, zu schnell zu hoch – irgendetwas gibt es immer zu verbessern. Bei diesem großen Erfolg allerdings passte doch wohl ziemlich viel.

Dank Livestream im Internet konnten zuhause in Deutschland Verwandte und Freunde mit dabei sein, beim großen Wettkampf in einer umgebauten Schulturnhalle. Nach einem kurzen Urlaub wurde die siegreiche Truppe allerdings auf Rhein-Main nicht gerade dankbar empfangen: Die MTV-Synchros landeten nach ihrem Elf-Stunden-Flug am 18. August abends mitten im verheerenden Unwetter, und es war fast Mitternacht, bis sie endlich total erschöpft auf zig Umwegen in Urberach angekommen sind.

VON CHRISTINE ZIESECKE

Quelle: op-online.de

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