Viertklässler ohne Betreuung

Stadt wirft Schüler aus Betreuungsangebot - Eltern überrumpelt

Debatte über Schulöffnungen: Was spricht dafür, was dagegen?
+
16 künftige Viertklässler wurden von Amts wegen aus der Betreuung einer Schule in Urberach abgemeldet. Eltern fühlen sich von der Stadt überrumpelt. (Symbolbild)

16 künftige Viertklässler wurden von Amts wegen aus der Betreuung einer Schule in Urberach abgemeldet. Eltern fühlen sich von der Stadt überrumpelt.

Urberach – 16 künftige Viertklässler wurden von Amts wegen aus der Betreuung der Schule an den Linden abgemeldet. Eltern fühlen sich von der Stadt überrumpelt und kritisieren, dass ihre Kinder rausgeworfen worden seien.

Das Argument, dass die Zahl der Plätze begrenzt ist und bevorzugt Erst-, Zweit- und Drittklässler in die Betreuung aufgenommen werden, lassen die Eltern nicht gelten.

„Warum die ab Sommer 2020 fehlenden Betreuungskapazitäten nicht frühzeitig thematisiert wurden, ist fraglich. Der Zuwachs an Betreuungsbedarf lässt sich planerisch schon einige Jahre vorab erkennen“, kritisiert eine Mutter, die im Elternbeirat aktiv ist.

Auch der Schule sei frühzeitig klar gewesen, dass dieses Jahr viele Kinder eingeschult werden. Das habe sie in einer Sitzung des Gesamtelternbeirats mitgeteilt. Die Schule richtet sich seit Langem auf diese Situation ein. Dass in diesem Zusammenhang auch mehr Betreuungsplätze erforderlich sind, liege auf der Hand. Den Zusatzbedarf bis zum Schuljahr 2023/2024 – allerdings für ganz Rödermark – beziffern die Eltern mit 680 Plätzen.

Ihrer Meinung nach hätte die Stadt sie viele früher auf die „Abmeldung von Amts wegen“ hinweisen müssen. Dann hätten die Eltern möglicherweise in eigener Regie eine Betreuung organisieren können.

Erste Stadträtin Andrea Schülner will die Vorwürfe so nicht im Raum stehen lassen. „Ich bin überrascht, dass die Eltern überrascht sind“, sagt sie und verweist auf ein Schreiben der Fachabteilung Kinder und Jugend: Da habe die Stadt alle Familien mit einem Betreuungsplatz aufgefordert, die aktuellen Arbeitsbescheinigungen vorzulegen. Diese Nachweise plus die Sozialkomponente seien die Basis für die Platzvergabe. Und dabei werden in der Tat Kinder aus der ersten, zweiten und dritten Klasse bevorzugt. Das, so Sozialdezernentin Schülner, sei aber keine Ad-hoc-Entscheidung der Verwaltung, sondern gehe auf einen Stadtverordnetenbeschluss aus dem Jahr 2019 zurück.

Es könne durchaus sein, dass die „Kleinen“ nicht alle Plätze benötigen. Dann würde die Stadt die Warteliste der Viertklässler abarbeiten.

„Zusammen mit dem Kreis wollen wir die Schulbetreuung ausweiten“, verspricht die Sozialdezernentin. Die Stadt will eine pädagogische Fachkraft dafür einstellen, sobald die Kommunalaufsicht den Haushalt 2020/2021 genehmigt hat.  lö

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare