Neue Sportarten kennenlernen

Die hohe Kunst des Tai Chi

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Mit einer gehörigen Portion Respekt und bedeutend konzentrierter als bei den anderen Sportarten verfolgten die Teilnehmer des Sportcamps die Tai Chi-Vorführungen des Tai Chi-Lehrers, Polizeioberkommissar Detlef Bittner.  

Urberach - Fußball, Handball oder Tennis sind Jugendlichen geläufig. Aber wann haben sie schon mal Gelegenheit, Außergewöhnliches kennenzulernen? Der BSC bietet diese Möglichkeit alljährlich beim Sportcamp. Diesmal sogar mit Tai Chi.

Fußball oder Handballspielen, Tennis oder Basketball, Schwimmen oder doch Rope Skipping: Viele Kinder und Jugendliche betreiben recht regelmäßig eine Sportart, aber kennen andere Angebote nur vom Hörensagen. Dies lässt sich mit Sport-Camps, wie sie der BSC Urberach seit zwölf Jahren in den Herbstferien anbietet, ändern. Hierbei bekommen die Teilnehmer im bunten Wechsel auch neuere oder sogenannte Trendsportarten vorgestellt.

In den vergangenen Jahren war dies Jumping auf großen Trampolins; diesmal gab es ganz Neues im GuFie FitnessCenter in Ober-Roden auszuprobieren, in dem die Jugendlichen zwischen acht und zwölf Jahren einen Vormittag verbrachten. Doch auch im beliebten Nass des Badehauses wurde getobt.

Neu im Programm waren ein Karate-Vormittag mit Marvin Bier vom Karateclub Dojo Dietzenbach und ein Vormittag mit Tai Chi. Polizeioberkommissar Detlef Bittner bietet von Dietzenbach aus als ausgebildeter Tai Chi-Lehrer seit Jahren Zen-Meditationen für Polizeikollegen und an Schulen an. Zusätzlich macht er erfolgreich psychosoziale Präventionsarbeit im Stadtteil oder Tai-Chi-Kurse an Schulen zur Stärkung der sozialen Kompetenz. „Das Prinzip der Selbstverteidigungskunst, die häufig auch als chinesisches Schattenboxen bezeichnet wird, liegt nicht im Bekämpfen des Gegenüber, sondern im Zusammenspiel, dem Einssein von Körper und Geist“, sagt Bittner. Entspanntheit und innere Ausgeglichenheit stehen im Vordergrund“ – eine echte Herausforderung für Acht- bis Zwölfjährigen, die eigentlich toben und Handball oder Fußball spielen wollten. 

So saßen die 22 Teilnehmer – darunter nur ein Mädchen – zunächst eher zurückhaltend und etwas kleinlaut auf dem Fußboden und schauten zunehmend gebannt der kurzen Vorführung des Lehrers zu, ehe sie selbst immer mutiger Körperspannung aufbauten und Bewegungsabläufe nachmachten. Sie hielten sich gut, waren aber dann doch nach gut einer Stunde an einem Punkt, wo sie dankbar wieder dem Ball hinterher jagten, ehe es zum Mittagessen wie alle Tage zu den BSC-Hobby-Köchen ins benachbarte evangelische Gemeindehaus ging. Der Mittwoch brachte noch einen von der Sportpreisträgerin Karin Winkler-Deneberger aus verschiedenen Hindernissen in der Halle aufgebauten Parcourslauf, ehe am heutigen letzten Tag das alle Jahre herbeigesehnte Handballturnier den Abschluss von vier wahrlich sportlichen Tagen liefert.

Die richtige Kampfsportart finden

Wieder einmal hat Organisator Helmut Schwarzkopf, Vorstandsmitglied des BSC Urberach, mit seinen sechs jungen Helfern (die teilweise im vergangenen Jahr selbst noch Teilnehmer waren) und mit vier Küchenhelfern ein sportliches und zugleich spannendes Camp angeboten. Besonders erfreulich: Einige Teilnehmer kommen aus den Reihen der Geflüchteten in Rödermark, darunter auch zwei Kinder, die erst nachgemeldet wurden und trotzdem mitten in der Gruppe standen – Sport verbindet und nimmt auch all jene mit, die sich mit Worten vielleicht noch nicht so einbringen können. (chz)

Quelle: op-online.de

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