Wechsel in der Woigass

Skiclub übernimmt die Regie von Peter Müller und Dieter Hüllmandel 

+
Na dann zum Wohl: Die Auswahl an guten Tropfen war groß auf der 20. Orwischer Woigass in der Bachgasse.

Die Sorgen um den Fortbestand der Orwischer Woigass waren ausgerechnet vor deren 20. Geburtstag groß gewesen, doch der Skiclub Rodgau (SCR) hat diese Nöte wunderbar aus der Welt geschafft.

Urberach – Nach dem krankheits- und altersbedingten Rücktritt der „Väter“ der Woigass, Peter Müller und Dieter Hüllmandel, hatte der SCR dieses Traditionsfest nicht sterben lassen wollen, sondern unter seine Fittiche genommen – wie auch schon den „wumboR“-Lauf vor zwei Wochen. So konnten sich die Menschen wie seit 20 Jahren im Herzen Urberachs gewohnt Riesling Co. schmecken lassen.

Aus Groß-Umstadt war wieder Weinkönigin Jana I. mit Prinzessin Ariane gekommen. „Weil es letztes Jahr ein ganz wunderbares Erlebnis hier war“, meinten die Regentinnen unisono. Das findet immer wieder auch Landrat Oliver Quilling, der das kalendarisch erste Weinfest der Saison im Kreis mit seiner Frau besuchte und sichtlich genoss.

Selbst die Meisterschaftsentscheidung in der Fußball-Bundesliga konnte dem Start am Samstag nichts anhaben. Wenn auch gegen Ende einige Augenbrauen, so etwa die von Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann, missmutig gerunzelt wurden beim Blick auf das Handy und dem Stand von 5:1 gegen Eintracht Frankfurt. Ebenso unpassend waren die Regentropfen, die sich zur Eröffnung der Woigass ankündigten und kurzzeitig – immer wieder mal – mit teils heftigen Güssen die Besucher unter die Schirme und näher an die Weininseln heran zwangen.

Das nahm aber jeder gern in Kauf. Gemütliche Enge gehört zur Orwischer Woigass wie die leckeren Tropfen aus verschiedenen Anbaugebieten, die es bei den Rödermärker Vereinen und bei einzelnen Weinständen wie erstmalig in diesem Jahr dem „Ebbelsche“ zu verkosten gab.

„Peter Müller und Dieter Hüllmandel, die graue Eminenz, ihr wart der Grund dafür, dass ich heut hier im Regen stehe“, erinnerte Moderator Gerhard Schickel vom SCR. „Ihr habt 1999 in Ober-Roden angestoßen, dass es ein Weinfest gibt. Ihr habt es aufgebaut, am Leben erhalten und die Leute motiviert ihren Schoppen zu trinken!“ So gab’s als Dankeschön zum Abschied eine Fotocollage aus eben diesen 20 Jahren Woigass und dazu eigens für die Beiden etikettierte Grauburgunder-Flaschen. Die dienten auch als Gastgeschenk für die „Promis“ wie etwa Patricia Lips, deren Heimat- und Geschichtsverein dieses Jahr seinen 40. Geburtstag – und den 35. des Töpfermuseums – feiert, was mit einer kleinen Ausstellung und mehreren historisch hinterlegten Ortsrundgängen gewürdigt wurde.

Für die zwar offiziell scheidenden, aber jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehenden Ex-Orgachefs machte Dieter Hüllmandel klar, dass sie gemeinsam eine lange „To-do-Liste“ für Gerhard Schickel und sein SCR-Team erarbeitet haben. Und Peter Müller betonte noch einmal, dass es ihnen nie um den finanziellen Erfolg, sondern stets darum ging, „hier Spaß zu haben.“

Den hatten auch im Jahr des großen Wechsels die Menschen wieder bis spät am Abend in der Bachgasse.

Von Christine Ziesecke

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare