Spezieller Kochkurs im Schiller-Haus 

Junge Köche an den Töpfen

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Kartoffelschälen und kleine Kugeln daraus ausstechen gehörte ebenso zum Programm des Kochkurses wie Einkaufen oder das Karamellisieren einer frisch gekochten Crème Brûlée.

Urberach - An die Töpfe, fertig, los! Ein spezieller Kochkurs für Kinder bereitete allen Teilnehmern im Schiller-Haus nicht nur Freude, sondern machte auch Hunger auf eine Fortsetzung.

Ferien müssen nicht langweilig sein. Fünf Tage Kochkurs für sechs Kinder gehörten zum Ferienprogramm der Stadt. Und das im SchillerHaus für gerade mal einen Euro Teilnehmergebühr. Zu diesem Glücksfall verhalf Gerd Chmiel. Bekannt ist er in der Stadt nicht nur als Leiter der Kinderhilfe-Stiftung Humanitas, sondern auch als Vater und Kursbegleiter von Peter Rottluff, der im Schiller-Haus seit Jahren Elektronik zum Anfassen vermittelt. Vater Chmiel begleitete die Gruppe stets mit Kochen; nun hat er in den Ferien einen eigenen Kurs angeboten, der von der Jugendarbeit der Stadt gemeinsam mit der Stiftung ausgeschrieben wurde. Von der Zutatenplanung und Budgetierung übers Einkaufen, Tischdecken (mit frischen roten Rosen und roten sowie weißen Stuhl-Hussen) und Kochen bis zum Abwasch wurde alles gemeinsam erarbeitet. Bedingung in der Ausschreibung: „Die Kinder müssen zwischen acht und 13 Jahren alt sein, einen Euro Beitrag zahlen und anschließend das auch essen, was sie gekocht haben.“

Während eine Gruppe schon mal den Tisch festlich eindeckte und fürs passende Ambiente sorgte, war die andere Gruppe noch im Ort beim Einkaufen.

Spätestens der Blick in den Backofen auf die leckeren Toasts Hawaii machte es deutlich: eine leichte Aufgabe ist das nicht mehr heutzutage. Da lagen nebeneinander Toasts mit Schinken und Käse, aber ohne Ananas, mit Schinken und Ananas, aber ohne Käse, mit Käse und Ananas, aber ohne Schinken und weitere Varianten – bis hin zu nur Schinken. Die Geschmäcker sind doch sehr verschieden, und entsprechend variabel musste Gerd Chmiel bei der Zusammenstellung seines Wochenplanes sein. „Broccoli, Spinat, Zucchini und Blumenkohl gehen gar nicht, und Möhren nur roh – da wird’s dann schon schwieriger gesund zu kochen“, nimmt Gerd Chmiel die Essgewohnheiten seiner Kursteilnehmer zur Kenntnis. Er hat Varianten für alles – entsprechend variiert er seinen vorgefassten Speiseplan und überrascht mit Bekanntem wie eher weniger Bekanntem wie etwa frisch gekochter Crème Brûlée, die am Ende natürlich auch mit dem „Flammenwerfer“ karamellisiert wird. „Den hab ich mir extra dafür gekauft“, gesteht der Chefkoch ein. Er möchte seinen Schützlingen doch viele Aspekte spannender Küchenarbeit und optisch ansprechender Sättigung mit auf den Weg geben. Und dazu – ganz praktisch – die Rezepte und eine Urkunde über den absolvierten Kurs.

Das nächste Projekt steht schon: seit 3. September bietet er mittwochs wöchentlich ab 14 Uhr im Schiller-Haus Ernährungskunde für Kinder und Jugendliche an. Die bisherige Fachkraft kann von der Stadt nicht mehr finanziert werden, da springt die „Humanitas“ ein, die Gemeinnützige Kinderhilfe-Stiftung, die Gerd Chmiel ins Leben gerufen hat.

(chz)

Quelle: op-online.de

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