Die Spanheimers sind Stammgäste beim Roten Kreuz

Blutspenden ist Familientradition

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Günther Meister (links) und Reiner Pyka (rechts) vom DRK Urberach freuen sich über die engagierte Familie Spanheimer: Thomas (2. von rechts) kam zur 100., Bruder Stephan zur 89 Blutspende. Dessen Sohn Marcel musste wegen eines Infekts passen.

Urberach - Blutspender sind engagiert und beharrlich. Das beste Beispiel ist die Urberacher Familie Spanheimer: Drei Generationen haben bislang 374 Blutspenden geleistet.

Blutspender lassen sich selbst durch lange Schlangen nicht abschrecken. Zu solchen kam es nämlich völlig unerwartet am Dienstag beim vierteljährlichen Termin des Roten Kreuzes in Urberach. „Wir hatten eigentlich gefürchtet, dass heute kaum jemand da ist, bei dieser Grippewelle und vielen anderen grassierenden Krankheiten und noch Fastnacht und Winter dazu“, staunte Reiner Pyka vom DRK-Ortsverein. Mitten drin: Eine Ehrung für die 100. Blutspende und damit Urkunde, Ehrennadel und gravierte Uhr für Thomas Spanheimer (48). Das allein ist in Urberach nicht selten, denn die Orwischer sind regelmäßige und ausdauernde Spender.

Im Schlepptau hatte Thomas Spanheimer seinen Bruder Stephan (47), der zur 89. Blutspende kam, und dessen Sohn Marcel (18), der eigentlich seine zweite Spende leisten wollte, aber durch einen Infekt ausgebremst wurde. „Jeder Vampir wäre glücklich über eine Familie wie unsere“, schmunzelte Stephan Spanheimer. „Die Familie Spanheimer hat hier gute Spendertradition“, ergänzte Günther Meister, der Vorsitzende des Urberacher DRK-Ortsvereins. „Der Vater war der erste ‚Hunderter’ damals vor rund 20 Jahren in Urberach!“ Heute ist Hans Spanheimer 83 und würde wohl immer noch spenden, wenn er dürfte; und auch Mutter Ursula (inzwischen 76) hat sich76 mal den roten Lebenssaft abnehmen lassen; sie erhielt 2003 als Elfte die 75er Ehrung.

„Heute sind wir bei der 100. Spende noch jünger, weil wir ja viermal im Jahr kommen können. Früher ging das nur zwei oder drei mal, da war man dann schon älter“, erzählt Thomas, der eigentlich immer mit seinem Bruder im Doppelpack anrückt. Und schon als Vierjähriger war Marcel zum Gucken dabei. „Wir spenden fast immer hier in Urberach, außer es hat sich mal durch Krankheit verschoben – dann haben wir auch mal woanders gespendet“, verspricht Stephan Spanheimer Treue. Kein Wunder, die Spanheimers haben’s auch nicht allzu weit zur Halle Urberach. Dort herrschte bei gutem Besuch allerdings der Platz-Notstand. Die große Halle ist vom Handball-Training des BSC Urberach belegt, sodass das Rote Kreuz mit dem Nebenraum und weiteren kleinen Räumlichkeiten vorlieb nehmen musste. Doch die Blutspender sind beharrlich. Sie warten - insgesamt an diesem Nachmittag bis zu eineinhalb Stunden vom Hereinkommen, Fragebogen-Ausfüllen und Anstellen an der Arzt-Schlange bis zum letzten Schluck Cola oder Tee beim Gehen.

Doch das schreckte niemanden ab, auch nicht Erstspender Patrick Bauer (18): „Jetzt bin ich ja fertig, und es hat gut geklappt! Ich sollte zwar vorsichtshalber meine Füße hoch legen, weil man beim ersten Mal Spenden immer besonders vorsichtig ist, aber es war problemlos!“ Feuerwehrmann Bauer war an diesem Tag einer von 18 Erstspendern; 24 Teilnehmer leisteten ihre zweite bis fünfte Spende – für Nachwuchs ist also gesorgt in Urberach. Insgesamt erschienenen 190 Menschen, von denen 175 Spenden entgegen genommen wurden. (chz)

Kostbares Gut: Aktionen sollen mehr Blutspender locken

Quelle: op-online.de

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