Eingespieltes Team an Topf und Pfanne

Viele Köche verderben keineswegs den Brei

+
Buletten-Bräter Werner Stanchly: 250 Frikadellen braucht"s für ein Mittagessen bei der Gallus-Freizeit.

Knapp 300 hungrige Mägen wollen bei Bulaufreizeit und Stadtranderholung gefüllt werden. Zehn Frauen und ein Mann sorgen fürs berühmte leibliche Wohl. Wir haben den ehrenamtlichen Küchenteams in die Töpfe geschaut.

Urberach/Waldacker – Knappe eineinhalb Stunden noch, und dann stehen die mehr als 140 Kinder und Betreuer der Bulaufreizeit ausgehungert auf der Matte. Doch Katharina Ayahs ist die Ruhe in Person. Denn die Küchenchefin weiß: Das Mittagessen ist in der Mache. Und sie kann sich auf ihr Team verlassen.

Viola Kühn hat 15 Kilo Erbsen-Karotten-Gemüse vorbereitet, Ingrid Killian und Anja Hartmann haben 35 Kilo Kartoffeln geschält und geschnippelt, Werner Stanchly legt die erste Lage Frikadellen auf den Bräter. Katharina Ayahs ist in Gedanken schon bei der Ausgabe.

Seit 13 Jahren hat sie in der Küche des Urberacher Waldfestplatzes das Sagen. Ein dicker Ordner mit Rezepten, Rechnungen und Teilnehmerlisten ist Katharina Ayahs Arbeitsgrundlage, schließlich muss die Planung stimmen, und sie tut es auch. „Bei uns wird kaum was weggeschüttet“, sagt sie zufrieden.

Das liegt aber nicht nur an der richtigen Kalkulation. Das Kochteam trifft den Geschmack von Teilnehmern und Betreuern. Die Kinder essen sogar Gemüsesuppe. Dann muss – oder darf – Katharina Ayahs das Rezept in allen Details weitergeben: „Mutti, es riecht daheim wie auf der Bulau, schmeckt aber nicht so gut!“, berichten Kinder von vergeblichen Nachkoch-Versuchen.

Sieht nach Strafarbeit aus, ist"s aber nicht: Anja Hartmann (links) und Ingrid Killian schälten auf der Bulau 35 Kilo Kartoffeln und hatten Spaß dabei.

Die Freizeitköchinnen können oft nur ahnen, was bei den Kindern daheim auf den Tisch kommt. Manche kennen Kartoffeln nur als frittierte Stäbchen. Dabei ist die Zubereitung Salzkartoffeln selbst in Riesenmengen alles andere als ein Hexenwerk: einfach kurz vor Garpunkt den Gaskocher ausschalten. Dann haben die Kartoffeln beim Servieren den richtigen Biss.

Katharina Ayahs setzt auf bewährte Hausmannskost. Außer Frikadellen und Gemüsesuppe kommen Gulasch mit Nudeln und andere Klassiker auf den Tisch. Nachmittags schmiert das Team 15 Kilogramm Marmeladebrote – die Kinder stürzen sich regelrecht darauf. Für Vegetarier gibt"s immer eine Alternative ohne Fleisch. Auch Allergiker können unbesorgt an der Bulaufreizeit teilnehmen. Sind die Unverträglichkeiten zu vielfältig, springen auch mal die Eltern ein: Vergangenes Jahr hat eine Mutter täglich für ihren Sohn vorgekocht und das Essen dann zu Katharina Ayahs gebracht. Sie musste es nur noch in die Mikrowelle schieben, die für solche Fälle in der Küche steht.

Bei der Stadtranderholung in Waldacker bilden – dem Motto entsprechend – sieben „Superheldinnen“ das Kochteam. Manche Freizeitköchinnen wie Christine Kopp haben eine lange Stadtrand-Karriere: Sie war zuerst als Kind und dann als Betreuerin dabei. Nun gehört sie seit 14 Jahren als Köchin ins Team, das für Nudeln und Kartoffelsalat, Hamburger und den legendären Stadtranderholungs-Reisbrei zuständig ist. Und natürlich – wie Elisabeth Engelmann – für Hunderte von Litern rotem Früchtetee, der in großen Kannen in diesem heißen Jahr besonders viele Liebhaber findet.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare