Nur vage Hoffnungen

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Wer bezahlt die Rechnung einer von gierigen Investmentbankern verursachten Wirtschaftskrise?, fragte Professor Eißel provokant.

Ober-Roden - (chz) Schwere Kost verständlich dargeboten: Dieses Lob kann man trotz eines aufs Ende zu sehr gerafften Vortrags dem Redner des 9. Rödermärker Hochschultags, Prof. Dr. Dieter Eißel, ruhig machen.

Nach der finanzpolitischen Analyse von Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen beim 8. Hochschultag hatte Prof. Dr. Philipp Wolf diesmal den Politikwissenschaftler Eißel, Professor an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, gewinnen können. Die Hochschultage sind eine Gemeinschaftsveranstaltung von Nell-Breuning-Schule und Stadt.

In seinem Vortrag verfolgte Eißel Ursachen und Wirkung der heutigen Finanzkrise zurück bis in die Wirtschaftswunderjahre. Er entknotete die Zusammenhänge zwischen Bankenzusammenbrüchen und amerikanischer Immobilienkrise. Eißel warf die Frage auf, ob nun das Ende des freien Marktes durch vermehrte und von den Bürgern großteils auch gewünschte Eingriffe des Staates vor der Tür steht.

Mit eigenen Fragen rundeten die Schüler der Oberstufe sowie Zuhörer von außerhalb der Schulgemeinde den Vortrag ab, brachten den Referenten aber letztlich auch zu dem Geständnis, dass er keine rasche Lösung des Problems der schlechten Wirtschaftslage sehen kann: „Eines steht fest: Steuersenkungen können es nicht sein, denn die kommen bei denen nicht an, die es am dringendsten brauchen.“ Gemeint waren die Bundesbürger, die an der untersten Einkommensgrenze ohnehin keine oder kaum Steuern zahlen. Vage formulierte er die Hoffnung auf eine Erholung der US-Wirtschaft, deren Auswirkungen auch Deutschland zu spüren bekäme.

Quelle: op-online.de

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