Ein wertvolles Stück Urberach?

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CDU und AL haben ein Auge auf dieses Haus am Urberacher Dalles geworfen. Eine sorgsame Renovierung würde dem Ortsbild gut tun und der Stadt neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. 

Urberach (lö) - Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres streckt Schwarz-Grün die Fühler nach einer in die Jahre gekommenen Privatimmobilie in zentraler Lage aus. Die Koalition fordert vom Magistrat ein Nutzungskonzept für das Wohnhaus Bahnhofstraße 4.

Im Oktober 2011 hatte sie einen ähnlichen Vorstoß unternommen, um das „City-Hotel“ in der Robert-Bloch-Straße aufzuwerten.

CDU und AL wollen planerischen Wildwuchs in Zentrum von Urberach verhindern - notfalls soll die Stadt das Haus in der Bahnhofstraße kaufen. Vorbild ist der Erwerb des „Seitz“-Hauses an der Kulturhalle und des „Jäger“-Hauses in der Trinkbrunnenstraße in Ober-Roden. Aber auch die Zusammenarbeit mit einem Investor halten die Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert (CDU) und Stefan Gerl (AL) für denkbar.

Akuter Sanierungsfall

Der Magistrat soll zum einen prüfen, ob der Kauf des um 1800 gebauten Fachwerkhauses, dessen Gebälk längst unter Putz verschwunden ist, finanziell tragbar ist. Zum andern soll er ermitteln, ob sich das Objekt als Ersatz und/oder Ergänzung für das ehemalige Sozial-Rathaus (bis 1991 Volksbank-Filiale) eignet. In dem sind derzeit Ordnungsamt und Ortsgericht untergebracht. Das Gebäude sei ein akuter Sanierungsfall, sagt der CDU-Stadtverordnete, Architekt und Heimatkundler Horst-Peter Knapp: „In seinem jetzigen Zustand ließe es sich nicht einmal verschenken!“

Von einer möglichen Renovierung der Bahnhofstraße 4 soll nach den Vorstellungen der Koalition auch das Ex-Sozialamt profitieren. Es könnte aufgestockt und müsse nicht länger über den schmalen Bürgersteig der Konrad-Adenauer-Straße, sondern über einen großzügigeren Zugang von der Bahnhofstraße her erschlossen werden. CDU und AL können sich zudem vorstellen, dass ein weiterer Mieter mit einzieht.

SPD zeigt Sympatie für Vorschlag

„Die Innenstadt-Entwicklung ist eine wichtige Angelegenheit der Stadtverordnetenversammlung“, zeigt SPD-Fraktionsvize Armin Lauer Sympathie für den schwarz-grünen Vorschlag. Seiner Partei ist aber wichtig, einen potenziellen Partner von vornherein in alle Planungen einzubeziehen. Lauer befürchtet indes, dass die Koalition eine Preisdiskussion losgetreten hat: „Sobald über ein Gebäude öffentlich spekuliert wird, weckt das Begehrlichkeiten beim Verkäufer.“

FDP und Freie Wähler haben für das städtische Interesse an privaten Häusern von zweifelhafter Bausubstanz kein Verständnis. Ein Kauf des Objektes in der Bahnhofstraße 4 würde jegliche Sparbemühungen konterkarieren. Tobias Kruger (FDP) formuliert"s ganz drastisch: „Sein Zustand bestimmt es für das neue städtische Gebäude-Portfolio, in dem sich Schrottimmobilien tummeln!“

Quelle: op-online.de

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