An Nell-Breuning-Schule überwachen Jürgen Banetzke und Kameras die Fahrradständer

Das Videoauge sieht alles

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Jürgen Banetzke, Technischer Assistent und der Haustechniker an der Nell-Breuning-Schule, überwacht die Monitore mit den Bildaufzeichnungen.

Ober-Roden - (chz) Die Sicherheit der Fahrräder in einer Schule mit 1 650 Schülerinnen und Schülern ist seit vielen Generationen bei Eltern, Kindern und Lehrern und nicht zuletzt bei Elternbeiräten ein steter Grund von Besorgnis und Ärger. Seit März beruhigt sich dieses Thema an der Nell-Breuning-Schule zunehmend.

Grund ist der erfolgreiche Einsatz von Videosicherheitstechnik - die Hardware dafür dank persönlicher Kontakte gesponsert von der Rödermärker Firma Videor E. Hartig GmbH, Einbau und Service durch die renommierte Firma Securiton, finanziell getragen vom Förderverein der Schule.

Genutzt werden konnte das Datenbanksystem der Schule; die technische Handhabung der Überwachungskameras ist leicht und ermöglicht bereits eindeutige Ergebnisse, nicht zuletzt schon allein durch die Bewusstmachung der Videoüberwachung.

Von den rödermarkweiten 98 erfassten Fahrraddiebstählen im Jahr 2008 entfielen 14 Fälle auf den Bereich der NBS, 13 wurden insgesamt aufgeklärt. Gab es im ersten Quartal 2009 zwei weitere Diebstähle sowie 13 Beschädigungen von Drahteseln an der Schule, so gingen diese seit der Überwachung ab 21. März im zweiten Quartal auf einen Diebstahl und fünf Beschädigungen zurück, wovon zwei Übergriffe aufgeklärt werden konnten.

Doch nicht allein die Hilfe bei der Aufklärung ist das Ziel der Überwachung, sondern vor allem die Prävention - das ist der Schule laut Rektor Jochen Zeller besonders wichtig.

Dank der guten Zusammenarbeit von Schulleitung, Eltern- und Schülervertretung gab es bei dieser vor Jahren aus Datenschutzgründen noch fast unvorstellbaren Neuerung praktisch keine Proteste. Und auch der Kreis, der zwar finanziell (noch) nicht hinter der Aktion steht, aber die Datenhoheit hat, sieht keine Probleme.

Fünf in großer Höhe angebrachte Netzwerkkameras - zwei an den zentralen Ein- und Ausgängen des Geländes und weitere drei an den beiden großen Fahrradparkplätzen sowie dem Parkplatz am Haupteingang der Schule - liefern je 25 Bilder pro Sekunde und sorgen für eine Rund-um-die-Uhr-Aufzeichnung der Bewegungsmeldungen, die bis zu zwei Wochen lang abgerufen werden können.

Tagsüber wird farbig aufgezeichnet, bei abnehmendem Licht schaltet die Anlage auf Schwarz-Weiß um. Zwar sind die Gesichter der an den Fahrrädern Hantierenden nur beschränkt erkennbar, doch zusammen mit Größe, Gestik und Kleidung sind zumindest schulbekannte Personen durchaus erkennbar.

Bestes Beispiel am vorgestrigen Donnerstag. Ein Vater bemerkte vom Zaun der Schule aus, dass ein Fahrrad auf dem Parkplatz das deutlich erkennbare und vor kurzem verschwundene Vorderrad seines Sohnes montiert hatte. Haustechniker Jürgen Banetzke konnte im Rückgriff auf die gespeicherten Aufnahmen des Morgens den Fahrer des Rades herausfiltern, der auch noch auffällig gekleidet war. Dank eines großen Zufalls erkannte der Hausmeister kurz danach diesen Schüler in einem der Klassenräume. Wie es nach dessen Gespräch mit der Schulleitung weiterging, darüber wird lieber Schweigen gehüllt.

Ein weiteres Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit. Bei einem Einbruch in die Schule in den vergangenen Wochen konnten anhand der auf den Eingang gerichteten Kameras zwei Täter ausgemacht werden, die über den Zaun kamen - just um 2 Uhr 13, was einen genauen Anhaltspunkt für die weiteren Recherchen ergibt.

Quelle: op-online.de

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