Viel Arbeit vorm ersten „Helau“

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Viel Spaß, aber auch eine Menge Ausschuss gab es beim Luftballon-Verarbeiten der KSV-Riege. Und eine der fleißigen Helferinnen holte sich beim Verknoten sogar eine Blase am Finger.

Rödermark ‐ Erst die Arbeit - dann das Vergnügen“ - dieser Spruch trifft derzeit besonders auf die Vereine zu, die ihre Hallen für die Fassenacht richten. Prinzessinnen, Gardemädels oder Prinzenballett wären verloren ohne ihre Schneiderinnen und „MakeUp-Artists“. Von Christine Ziesecke

Doch bevor sie geschminkt und edel gewandet auf die Bühne schreiten können, gibt's erst mal sehr viel Knochenarbeit: Hallenaufbau und -dekoration bringen alle Jahre Dutzende von Helfern auf Trab. Der Start ist zumeist schon im September, und spätestens am 11.11. hängt bei den „Großen“ wie TG, TS und KSV die Wand- und Deckendekoration und zeugt von Nachtschichten bei Theo Koser und anderen begabten Großraum-Künstlern. In der Woche vor den ersten Sitzungen wird's dann turbulent, wenn die Hallen aus- und umgeräumt und bestuhlt werden.

Die Ersten sind seit Jahren die Schaffer der Turngemeinde Ober-Roden. Die Deko-Abende sind minutiös eingeteilt - oder sollten es zumindest sein, schließlich proben auch noch Garden und Männerballett, während eigentlich der Bühnenboden abgeklebt und die Beleuchtung montiert werden sollte. Hohe Leitern, Kisten voller Kabel, Bühnendeko und immer wieder der Aufbauplan: für jede der drei Sitzungen ein eigener, und dazwischen muss auch noch für Kindersitzung und Maskenball völlig umgebaut werden. Während Prinzessin Patricia mit der Garde probt, kratzt Prinz Michael Kleberreste vom Boden oder dirigiert zumindest humorvoll die Mannschaft - alles muss haarscharf passen, damit keine Tänzerin ins Stolpern kommt.

Die Truppe ist seit Jahren erprobt, und dennoch werden alle neuen Arbeitsschritte ausgiebig diskutiert - „der gesellige Faktor ist auch während des Aufbaus der wichtigste“, freut sich Elferrat Herbert Pradl.

Nicht nur die eigene Halle geschmückt

Kleinere Halle, weniger Aufbau: diese Logik stimmt nur bedingt, wie beim KSV Urberach zu merken ist. Die Technik ist ähnlich umfangreich, doch der Verein schätzt sich glücklich, den Kulturhallen-Bühnenmeister Jörg Seitel in seinen Reihen zu haben. Der letzte Vormittag vor der Sitzung ist weitgehend dem Luftballon-Füllen, -Zuknoten und -Aufhängen gewidmet, so erscheint es zumindest, wenn man die Berge bunter Ballons sieht, die in einem Kinderlaufstall nur schwer gebändigt werden können. Lydia Suderleith und Debby Steiger sind die Chefs der Gasflasche, rund zehn Herren arbeiten mit der Lunge.

Auch die Bohrmaschine darf nicht fehlen.

Besonders herb, wenn auch weit kleiner dimensioniert, ist die Aufbauarbeit im engen BSC-Heim. Die Einen schleppen Stapel von Stühlen nach vorn Richtung Treppenhaus, die Anderen schleppen ähnliche Stapel durch den Saal zurück. Was wie ein unsortiertes Chaos wirkt, ist wohl geplantes Vorgehen zur Vorbereitung des Kappenabends. Mit der Bohrmaschine befestigen Dieter Hitzel und Wolfgang Führer das große Bühnentransparent, während Andreas Gensert Stühle putzt und grinst: „Schreiben Sie das bloß nicht, sonst muss ich das zuhause auch machen!“ Die zehn emsigen Helfer aus Tennis- und Handballabteilung haben blendende Laune bei ihrer schweißtreibenden Arbeit; schließlich müssen sie unzählige Getränkekisten aus dem Lager durch das unbeschreiblich enge Treppenhaus schleppen.

Doch am Abend steht alles - wie immer eigentlich, und wie immer geht's auch pünktlich los, dank der zahllosen fleißigen Helfer, natürlich auch bei den anderen Vereinen wie etwa der TS Ober-Roden. Gerade die TS hat sich selbst noch einige Erschwernisse zusätzlich eingebaut: Die Turnerschafts-Karnevalisten haben nicht nur ihre eigene Halle geschmückt, sondern auch den Jazzkeller und vor allem die Kulturhalle, in der die Frauen ihre elfte Damensitzung zelebrierten.

Quelle: op-online.de

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