Viel Tanz und 20 Prozent Gebabbel

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Die Ladykracher patroullierten als fesche Polizistinnen über die Bühne der KSV-Halle. Ihr Auftritt war einer von vielen teils frenetisch bejubelten Tanznummern.

Urberach ‐ Die erste der zwei Fremdensitzungen des KSV Urberach lebte von tänzerischen Höhepunkten aus den eigenen Reihen: originelle Choreographien mit Tänzern jeden Alters, die mit Mut zur Komik hinreißend charmant das Publikum begeisterten. Von Christine Ziesecke

„Auf unserer Bühne sind 80 Prozent Tanz und nur 20 Prozent Gebabbel“, schien sich Sitzungspräsident Sebastian Popp fast entschuldigen zu wollen - unnötig, denn die Gäste im Saal feierten diese Nummern frenetisch. Neben den nahezu professionellen Tänzen der KSV-Mini-, Medi- und Maxigarde sorgten die Funkenmariechen Svenja Beer und Luisa Martinez für optische Höhepunkte, ebenso die jungen Frauen der Jazz- und Modern Dance-Formation „X-Treme“.

Hingucker waren wie alle Jahre die speziell arrangierten Tänze, so etwa der KSV-Ladykracher, die höchst sexy in der KSV-Halle auf Streife gingen und zogen die Blicke der Ehrengäste wie Bürgermeister Roland Kern oder Ehrenbürgermeister Walter Faust auf sich.

Weiße und schwarze Schwäne, eine gelbe Quietsche-Ente und eine zart-rosa Ente brachten den Urberacher Entenweiher in Wallung.

Die Blicke der Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht ruhten sicher besonders wohlwollend auf dem „Dibbehäuser Hofballett“, in dem auch zahlreiche Elferräte ihre gelenkigen Beine mitschwangen - und deren nicht nur zwei wie üblich, sondern verwunderliche drei: graziös stakten und hüpften sie vielbeinig über die Bühne und amüsierten sich dabei selber so riesig wie die Gäste.

Vom „Aufruhr am Schwanensee“ erzählten die Montags-Gymnastikfrauen in einem hinreißend grazilen und zugleich komischen Tanz - eine rosa Ente (Renate San Nicolas) gefährdet die zarte Liebe zwischen dem schwarzen Schwan (Birgit Lamprecht) und der gelben Quietscheente (Hildegard Löbig).

Siebenjähriger imitiert Michael Jackson

Doch auch die Wortbeiträge erheiterten das Publikum, egal ob Sylvia Geis auf charmanter Männersuche, Andreas Wick und Melitta Lohnes mit dem Akkordeon als Mitglieder einer Fastnachtsfamilie, ob Hausmeister Heinrich alias Florian Althaus oder der „Urlauber“ Bernd Kosselek. Gut kommen auch die Zwiegespräche an, wie sie Gertrude Hippenstiehl und Elli Wachtelmaier alias Helga Bender und Renate San Nicolas über die Männer tratschend oder Angela Ziegert und Ann-Katrin Geis als Oma und Enkelin am Küchentisch führten.

Gut beschirmt tanzte die KSV-Maxi-Garde „It’s Raining Man“.

Der erst siebenjährige Ilhan Kaya imitierte Michael Jackson, und die Gruppe „Spirit of Music“ weckte lautstark alle Geister, während die Fastnachtssänger rund um Gitarristen Albin Kaufmann Bekanntes und Beliebtes zum Mitsingen präsentierten. Eine Paraderolle ist alle Jahre wieder der Protokoller: Bastian Lamprecht, Leiter der Karnevalsabteilung des KSV, ließ wieder einmal das vergangene Jahr Revue passieren, vom Weltklimagipfel bis zur mäandernden Rodau und den letztjährigen Vereinsjubiläen, mit einem breiten Grinsen in Richtung des FC Viktoria: „Umzug durch Orwisch könne mir halt besser - der KSV läuft beim Rosenmontagszug bei jedem Wetter!“

Quelle: op-online.de

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