Mundarttheater um eine „Misch-Ehe“ eröffnet Festwochenende

Viel Tradition zur Owweräirer Kerb

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Kerbtheater verspricht wieder viel lokalen Charme: Die große und mühsam am Kaffeetisch vereinten Familien der Ober-Röder Braut und des Urberacher Borschs streiten, wem das Kind wohl ähnlicher sieht.  

Ober-Roden - Am Wahl-Wochenende feiern die Ober-Röder Kerb. Das bunte Treiben in der Ortsmitte dauert vom Freitag, 22. , bis Montag, 25.  September. Mehrere Vereine bauen Zelte und Stände auf, andere feiern im „Dinjerhof“.

Der Heimat- und Geschichtsverein steuert wieder ein Theaterstück zum Programm bei: An der Kerb vor zwei Jahren wurde angebandelt, im vergangenen Jahr wurde geheiratet. Und in diesem Jahr steht die tiefgreifende Sorge im Mittelpunkt, wem das mittlerweile im Körbchen strampelnde Kind wohl ähnlicher sieht: der Ober-Röder Familie von Braut Lisbeth oder der Familie des Orwischer Borsch Valentin? Oder kommen gar rothaarige Einflüsse der Münsterer oder Messenhäuser Verwandtschaft durch?

Diese herzerfrischenden Probleme eröffnen am Freitag, 22. September, die Owweräirer Kerb. „Sou nit!“ lautet die eindeutige Feststellung, die über dem vergnüglichen dritten Teil der einst von Adam Reisert und Heinrich Gotta geschriebenen Geschichten um Ober-Röder Kerbbräuche steht. Gerdi Ziegler hat auch diese dritte Episode wieder ausgegraben, Norbert Köhler hat den Text überarbeitet und ergänzt. Nach dem „Kerbklaad“ und dem „Borsch aus Orwisch“ kann „Sou nit!“ am Freitag um 19.30 Uhr zusammen mit Mundartgedichten, -texten und -lyrik wieder vor der idyllischen Kulisse des „Dinjerhofs“ genossen werden. Dabei wird auch die Kerb ausgegraben.

Im Kerbtheater schon angedeutet, geht’s mit viel Tradition weiter. Am Samstagnachmittag pflanzen die Getreuen des Kerbvereins wieder einen „Quetschebaum“ am TG-Gelände, ehe es um 16.15 mit dem Aufstellen des Kerbbaums auf dem Marktplatz und dem Freibieranstich mit örtlicher Prominenz so richtig losgeht. Der Kirchgang der Kerbburschen macht den Weg frei zu einem geselligen Abend in gemütlicher Biergarten-Atmosphäre auf der budenumrahmten und mit vielen kulinarischen Angeboten lockenden Kerbmeile zwischen Pfarrgasse und Rathausplatz. Vereine und Kindergärten werden ihren Teil zum Programm der Kerb beitragen.

Orwischer Kerb

Mit Kaffee und Kuchen und einem gepflegten Frühschoppen geht’s hoffentlich ausgeruht und frisch gestärkt (und vor allem frisch gewählt) am Sonntag weiter. Der Kerbumzug ab 14.45 Uhr vom Bahnhof zum Gasthof „Löwen“ wird vom Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden begleitet, ebenso der Kerbspruch vorm „Mortsche“. Anschließend geben die „08er“ ein kleines Platzkonzert, ehe die Gruppe „Backround“ schwungvoll die Bühne übernimmt. Ab 18 Uhr werden die ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl auf Videowänden übertragen.

Wer auch immer in den nächsten Jahren in Berlin regiert: Das Ergebnis wird am Montag beim traditionellen Frühschoppen der Stadtverwaltung und vieler Firmen diskutiert. Gegen 20 Uhr ist’s dann leider wieder aus mit der Owweräirer Kerb. Denn dann wird am Gleisdreieck hinter der Kulturhalle die „Kerbboppe“ verbrannt und die Kerb beerdigt. (chz)

Quelle: op-online.de

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