Breitband 2017 in allen Stadtteilen

16 Kilometer Glasfaser fürs Turbo-Internet

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Jutta Hegwein, Regionalmanagerin der Telekom, erläuterte gestern im Urberacher Rathaus mit Wirtschaftsförderer Till Andrießen, Bürgermeister Roland Kern und Erstem Stadtrat Jörg Rotter die Einzelheiten des Breitbandausbaus. 

Rödermark - Die rund 15 000 Rödermärker Haushalte und Firmen haben bis Ende 2017 Anschluss ans schnelle Internet. Die Telekom baut ein knapp 16 Kilometer langes Glasfasernetz in allen Stadtteilen auf, das Datenübertragungsraten von bis zu 100 MBit pro Sekunde ermöglicht. Von Michael Löw 

Bisher sind meist 16 MBit Standard, in einigen Wohngebieten ist aber schon bei 1,5 MBit Schluss. Das viel kritisierte Schnecken-Internet soll innerhalb der nächsten elf Monate nicht nur in Ober-Roden und Waldacker, sondern auch in Urberach, Messenhausen und auf der Bulau zum Turbo-Internet werden. Jutta Hegwein, Regionalmanagerin für Infrastrukturvertrieb bei der Telekom, kündigte gestern an, dass alle fünf Stadtteile in der ersten Ausbaustufe berücksichtigt werden.Zwischen der Vermittlungsstelle in Ober-Roden und den bisher 89 Verteilern wird das Kupferkabel durch das leistungsfähigere Glasfaserkabel ersetzt. Die Telekom verlegt davon 15.900 Meter und ermöglicht so Datenübertragungsraten von maximal 100 MBit/Sekunde beim Herunter- und bis zu 40 MBit beim Hochladen.

Der größte Teil der schnellen Leitungen wird in Leerrohre gezogen, allerdings müssen auch 6 400 Meter im Tiefbau verlegt werden. Gegraben wird in Ober-Roden (3 800 Meter), Urberach (1650 Meter) und Waldacker (950 Meter). Außerdem baut die Telekom 36 neue Knotenpunkte und rüstet ihre 89 grauen Verteilerkästen zu Mini-Vermittlungsstellen auf. In diesen 125 Knotenpunkten wird das über Glasfaser transportierte Lichtsignal in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über die Kupferkabel in die einzelnen Gebäude übertragen. Die so genannte Vectoringtechnik soll die alten Leitungen schnell machen, indem sie elektromagnetische Störungen beseitigt. Als Faustformel gilt: Je näher ein Kunde am Knotenpunkt wohnt, desto schneller ist sein Internet. Der Breitbandausbau war in Rödermark jahrelang ein heiß diskutiertes Thema. Zeitweise zog die Stadt sogar den Ausbau in eigener Regie in Erwägung und gründete die Breitband Rödermark GmbH. Diese Lösung hätte etwa sechs Millionen Euro gekostet. Telekom, Vodafone und andere große Unternehmen ließen damals unterversorgte Gebiete links liegen, weil sich der Ausbau nicht rechnete.

Brücken zwischen Inseln: Neues im vernetzten Heim

Ende 2016 vereinbarte der Kreis Offenbach dann mit der Telekom den flächendeckenden Ausbau in allen 13 Städten und Gemeinden. Rödermark, so Bürgermeister Roland Kern, profitierte dabei von den geleisteten Vorarbeit und muss jetzt nicht annähernd so viel Geld ausgeben wie befürchtet: einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Den Sinneswandel der Telekom begründete Unternehmenssprecher George-Stephen McKinney gestern gegenüber unserer Zeitung mit einer Investitionsoffensive. Bis 2018 will die Telekom die Zahl ihrer DSL-Kunden von 12 auf 24 Millionen verdoppeln. Dadurch werden auch die lange vernachlässigten Regionen finanziell interessant. Vier Milliarden Euro lässt sie sich den Ausbau pro Jahr kosten, 400 000 Kilometer Glasfaser wurden nach Auskunft von Jutta Hegwein bisher verlegt. „Wir sind am Ziel eines langen, steinigen Weges angekommen“, kommentierte Bürgermeister Kern erleichtert. Der Breitbandausbau werte nicht nur die Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück auf. Zudem seien 100 MBit/Sekunde nicht auf ewig Höchstgeschwindigkeit: 250 MBit sind möglich, wenn die Vectoringtechnik in den kommenden Jahren aufgepeppt wird.

Quelle: op-online.de

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