Viele Kleinspenden machen satt

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Nach der zweistündigen Sammelaktion brachten die Jugendlichen und ihre Katechetinnen die fast durchwegs haltbaren Lebensmittel kistenweise zu den Mitarbeitern des Rödermärker Brotkorbs.

Rödermark ‐ Ananas und Zitronentee, Schokolade und Eier, Kartoffeln und Backzutaten, dazu immer wieder Nudeln, Reis, Mehl oder Zucker: Lebensmittel zuhauf hatten die Firmlinge der St. Nazarius-Gemeinde vor fünf Supermärkten für den „Brotkorb“ gesammelt. Von Christine Ziesecke

Die Jugendlichen, die diese Idee bei Gleichaltrigen „abgeschaut“ hatten, sprachen Kunden meist auf den Parkplätzen an und baten darum, zusätzlich zum eigenen Einkauf eine Sonderration für die Lebensmittelverteilstelle beizusteuern.

Nicht alle Menschen horchten wirklich zu, manche machten von vornherein einen Bogen um die Jugendlichen und ihre Infoblätter oder antworteten auch einmal recht barsch. Doch häufig fiel die für die gerade mal 16-jährigen Firmlinge nicht immer einfache Ansprache der Passanten auf fruchtbaren Boden: „Da muss ich aber erst mal etwas einkaufen gehen“, entschuldigte sich beinahe eine Dame, entschwand ins „Kaufland“ und kam kurz danach mit mehreren Spenden für die Aktion zurück.

Größter Zulauf vor dem Rewe-Markt

Der Vater eines kleinen Mädchens brachte es auf den Punkt, während er einen ganzen Stapel von Nudeltüten und ähnlichen haltbaren Lebensmitteln aus seinem Einkaufswagen in den Korb der Firmlinge umlud: „Es ist eigentlich schon merkwürdig, dass man überhaupt erst durch so eine Aktion auf die Not der Menschen und auf die Einrichtung des Brotkorbs aufmerksam gemacht wird.“

Gut gemeint, aber für die jungen Helfer doch wohl eher erschreckend war der Vorschlag mehrerer Passanten, dass eine so gute Idee regelmäßig jeden Samstag vor den Geschäften stattfinden könnte. „Wenn man immer eine Kleinigkeit abgeben würde, würde man das doch selbst kaum spüren“, überlegte Maria Jungermann vor dem Rewe-Markt in Ober-Roden, wo die Aktion mit Abstand den größten Zulauf erfuhr und die Jugendlichen schon weitere Autos zum Abtransport der zahllosen dicht gefüllten Bananenkisten ordern mussten.

Erfolg war überwältigend

Manche der Angesprochenen gaben auch Geld, das die Firmanwärter direkt in Ware umtauschten. Einstimmig hatten die Märkte die Aktion genehmigt. Der Erfolg des sozialen Engagements war überwältigend, wie sich mittags unschwer vor der Gemeindehaus der evangelischen Petrusgemeinde in Urberach, der Heimat des Rödermärker Brotkorbs, feststellen ließ. Gemeinsam mit Gemeindereferentin Tanja Bechtloff, mit Pfarrer Elmar Jung und vor allem mit den Katechetinnen, die stets die Aktion begleitet hatten, überbrachten die Jugendlichen ihre Schätze dem dankbaren Brotkorbteam. Für die Firmlinge war damit die grobe Arbeit erst einmal getan, für die Brotkorb-Mitarbeiter begann sie nun: Die Berge von Lebensmitteln mussten – ehe sie in die Regale verschwanden – in haltbare und in schnell verderbliche Waren aufgeteilt und entsprechend gut verstaut für den kommenden Ausgabetermin vorbereitet werden.

Für einen Euro pro Berechtigungsschein können die Brotkorb-Kunden am kommenden Donnerstag wieder eine prall gefüllte Tüte voll Lebensmittel einkaufen – die Auswahl ist diesmal besonders bunt und abwechslungsreich. Und auch die Firmlinge werden in ihrer nächsten Vorbereitungsrunde viel zu verarbeiten haben.

Quelle: op-online.de

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