Vikarin Annika Theophil vertritt ihren Lehrpfarrer Oliver Mattes

Rödermark: Vier Wochen lang Chefin auf der Kirchenkanzel

Annika Theophil, Vikarin in den evangelischen Kirchengemeinden Rödermarks, wird einen Monat lang Chefin der Petrusgemeinde.
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Rödermark: Annika Theophil, Vikarin in den evangelischen Kirchengemeinden Rödermarks, wird einen Monat lang Chefin der Petrusgemeinde.

Die „Auszubildende“ der Petrusgemeinde Urberach steigt am Sonntag zur Chefin auf – aber nur bis zum ersten Advent. Vikarin Annika Theophil vertritt einen Monat lang ihren Lehrpfarrer Oliver Mattes in (fast) allen seelsorgerischen und einigen Verwaltungsangelegenheiten. Diese 30 Tage bilden den Abschluss ihrer Ausbildung zur Pfarrerin in Rödermark.

Rödermark - Annika Theophil wird die meisten Gottesdienste halten, den Religionsunterricht in der Schule an den Linden übernehmen, Sitzungen des Kirchenvorstands moderieren, Konfirmanden anleiten und Verstorbene auf ihrem letzten Weg begleiten. So weit die Theorie. „Ich bin gespannt, wie es wegen Corona wird“, hat Annika Theophil schon ein bisschen Bammel. Weitere Beschränkungen des kirchlichen Lebens waren gestern beim Krisengipfel im Kanzleramt kein großes Thema. Aber Im Frühjahr blieben die Kirchentüren wochenlang zu. Nicht einmal an Ostern, dem wichtigsten Fest der Christenheit, waren Gottesdienste mit Besuchern erlaubt.

Die junge Frau ist seit Februar 2019 Vikarin in den evangelischen Gemeinden in Rödermark. Wurde ihr mit dem Namen der Beruf in die Wiege gelegt? Das Wort „theophil“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet dort gottgeliebt oder sehr glücklich. Die deutsche Übersetzung ist Gottlieb. Wenn das kein gutes Zeichen ist für eine angehende Pfarrerin. Zumal auch ihr Vater evangelischer Pfarrer in der Nähe von Stuttgart ist und ihre Mutter Religionslehrerin.

„Wir wissen aber selber nicht, wo der Name herkommt. Mein Großvater ist aus Königsberg geflohen und war bei der Post“, hatte Annika Theophil bei ihrer Vorstellung erzählt und verraten, dass sie den Namen früher nicht so sehr mochte, weil sie ihn immer buchstabieren musste. Im Studium und jetzt im kirchlichen Dienst ist sie aber ganz stolz darauf: „Er ist einfach schön.“

Das kleine Mädchen Annika wollte eigentlich seine Liebe zur Musik ausleben: „Denn ich wusste ja, was mit dem Beruf alles so verbunden ist: Etwa, dass der Vater sehr viel unterwegs war.“ Doch genau dieses Wissen war letztlich ausschlaggebend für die eigene Entscheidung. Sie wusste, was sie erwartet und konnte sich darauf einstellen. Ihre Liebe zur Musik ist deshalb nicht weniger geworden: Sie spielt Klavier, Orgel und Cello. Und zum Gesang kam sie während des Studiums. In Urberach hatte sie zumindest kurz im „Rejoice“- Chor hineingeschnuppert.

In vier Wochen müssen die Urberacher Protestanten ihre Kurzzeit-Chefin schon wieder verabschieden. Sie tun"s in einem Gottesdienst am 29. November. Im Dezember beginnt Annika Theophil das sogenannte Spezialvikariat im „Zentrum Verkündung“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Das dauert sechs Monate und lässt ihr Raum für Kirchenmusik. Welche Aufgaben sonst noch hinzukommen, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.  (Michael Löw, Christine Ziesecke)

Kontakt

Annika Theophil ist unter 06074 6808649 oder theophil@petruskirche-urberach erreichbar.

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