Vogelküken tot im Nistkasten

Ober-Roden (chz) - Günther Birth hat einen schlimmen Verdacht. Zu viel Chemie in Rödermarks Gärten bringt den Vogelnachwuchs in seinem Nistkasten um. Erst Anfang Mai lagen wieder fünf einst quicklebendige Vogelkinder tot in dem Brutkasten.

„Jahr für Jahr bebrütet hier ein Vogelpaar etwa vier bis fünf Eier“, erzählt Günter Birth. Nachdem die Vogelkinder geschlüpft sind, werden sie von den Vogeleltern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang eifrig versorgt - ein Versorgungsflug wiederholt sich alle 45 Sekunden zum Nest. Am Abend setzt sich die Vogelmutter schützend und wärmespendend über ihre Kinder. Nachdem sie flügge und flugfähig sind, verlassen sie unter Anleitung ihrer Vogeleltern das Nest - wenn sie dieses Entwicklungsstadium denn je erreichen.

In diesem Jahr war dies im Garten des Vogelliebhabers leider nicht der Fall. Nach seiner Meinung liegt der Grund auf der Hand: „Kleingärtner und Hausbesitzer mit Garten wollen im Frühjahr die schönsten Gewächse in ihrem prächtigen Garten haben und tolerieren nicht die kleinste Laus, Ameise oder Insekten, die eventuell ihrer Pflanze schaden könnten.“ Die Folge: In Supermarkt und Baumarkt wird eingekauft, was der Pflanze hilft, von Klebestreifen bis zum Spritzmittel für die Edelrose.

„Spritzmittel tödlich für kleine Vögel“

„Die kleine Blaumeise kann nun nicht unterscheiden, ob der Rosenstrauch gespritzt oder nicht gespritzt wurde. Sie wird nach wie vor ihren Beuteflug an den für sie gewohnten Futterplätzen fortsetzen“, versichert Günter Birth aus Erfahrung. Verhindern kann man dies seiner Meinung nach, wenn man seinen Garten nicht mit anfälligen Pflanzen bestückt oder wartet, bis die Natur von selbst reagiert, denn nach den Läusen kommen Marienkäfer, Vögel, kleine Insekten, die sich an der reichlichen Beute erfreuen. „Es gibt kein Schädlingsbekämpfungsmittel, das den Vogelkindern nicht schadet. Jedes Spritzmittel ist absolut tödlich für die kleinen heranwachsenden Vögel. Wir hätten eine Menge Helfer mehr im Garten, wenn wir diese nicht ständig selbst vergiften würden.“

Mit seiner Botschaft möchte der Vogelfreund aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Man müsse mehr mit der Natur leben, nicht gegen sie. Im Moment weiß Günter Birth allerdings nicht, ob er das Vogelhaus nicht besser abhängen sollte . . .

Quelle: op-online.de

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