Vorm Hochzeitssaal fehlt‘s an Parkmoral

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Hochbetrieb vorm türkischen Hochzeitssaal in Otzbergstraße: den Betreiber freut‘s, Nachbarn klagen über die Parkmoral der Besucher.

Ober-Roden (lö) ‐ Willi Dreher graust‘s regelmäßig vor dem Wochenende. Seit knapp einem halben Jahr werden in der ehemaligen Disco „Oberbayern“ Hochzeiten mit orientalischer Pracht und mindestens 200 Gästen gefeiert.

Ein türkischer Geschäftsmann vermietet das Lokal am Ende der Otzbergstraße an seine Landsleute, doch deren Parkmoral bringt Nachbarn Dreher auf die Palme: „Da achtet keiner aufs Halteverbot, Autos stehen oft quer auf den Bürgersteigen. Und immer wieder sind die Einfahrten zu unseren Grundstücken zugeparkt.“

Jedes Wochenende zeigt der Seniorchef einer Hosenfabrik vier oder fünf Falschparker auf seinem Grundstück beim Ordnungsamt an und fordert auch nächtliche Kontrollen der städtischen Polizei. Sein Unternehmen und weitere Firmen aus der Nachbarschaft wollen Beschwerde gegen den samstäglichen und sonntäglichen Festbetrieb einreichen. Zumal die Musik manchmal auch „bis 23 oder 23.30 Uhr leiert“.

Willi Drehers Zorn haben sich aber in erster Linie jene Gäste zugezogen, die mit ihrem Auto am liebsten vor die Tür des Festsaales fahren wollen. Sind nämlich alle legalen und illegalen Parkplätze belegt, herrscht auch auf der Fahrbahn Stillstand.

Bürgermeister Roland Kern sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „ungewöhnlichen Situation“: Der Brandschutz in der Otzbergstraße müsse sichergestellt sein. Und das sei nicht gewährleistet, wenn Parkplatzsucher die Sackgasse verstopfen. Kern kündigte verstärkte Kontrollgänge des Ordnungsamtes an.

Dessen Leiter Manfred Pauschert hat den Betreiber des Hochzeitssaales schon zu einem Gespräch geladen. Die Stadt werde darauf drängen, dass sein Ordnungsdienst die Halteverbote auch durchsetzt. Notfalls müsse der die Sackgasse dicht machen und nur noch Anwohner hineinfahren lassen. Diese Auflage habe die Stadt schon so manchem der vielen Disco-Pächter gemacht.

Alles in allem stellt Pauschert dem türkischen Gastronomen ein gutes Zeugnis aus: Hygiene, Schall- und Brandschutz böten im Gegensatz zu vielen Vorgängern absolut keinen Grund zur Klage.

In Sachen Lärm erinnert Pauschert die Nachbarn daran, dass sie in einem Gewerbegebiet leben. Dort gilt die strenge 22-Uhr-Regelung eines Wohngebietes nicht.

Quelle: op-online.de

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