Anlagenbau schreibt rote Zahlen

Wackeln Jobs bei Zeppelin-Reimelt?

Urberach - Beim Anlagenbauer Zeppelin-Reimelt in Urberach stehen Arbeitsplätze auf der Kippe. Der Mutterkonzern Zeppelin will an den drei Standorten Rödermark, Kassel und Friedrichshafen insgesamt 50 Jobs streichen.

Welches Werk in welchem Umfang betroffen ist, konnte Unternehmenssprecherin Sandra Scherzer gestern Nachmittag nicht sagen. In Urberach arbeiten derzeit 330 Menschen, in Friedrichshafen 526 und in Kassel 75. Trotz eines Rekordumsatzes von mehr als 300 Millionen Euro liegt die Sparte Anlagenbau des Zeppelin-Konzerns 2013 im Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurück. Scherzer sprach gegenüber unserer Zeitung gar von „miserablen Zahlen“, nannte aber keine Einzelheiten. Das Management hat den Anlagenbau in Deutschland personell und organisatorisch neu strukturiert. Die Auftragsbücher sind nach Aussage von Peter Gerstmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, gut gefüllt. Die Fehler liegen in der Vergangenheit.

„Der Anlagenbau ist in den Jahren nach der Euro-Krise sehr schnell gewachsen. Dadurch wurden notwendige Strukturmaßnahmen nicht umgesetzt, und die Kosten wuchsen schneller als der Umsatz“, schrieb Zeppelin gestern in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklungen machten eine Neuausrichtung erforderlich. Ziele seien eine deutlich gesteigerte Effizienz und eine stärker auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtete Marktpositionierung.

Damit der Anlagenbau wieder Gewinne abwirft, habe der Konzern weitreichende Maßnahmen eingeleitet. Im Zentrum steht die Bündelung der Prozessoptimierung der Zeppelin Reimelt GmbH (Friedrichshafen) in die Zeppelin Systems GmbH (Kassel und Rödermark). „Es darf an den drei Standorten keine Parallelwelten mehr geben“, sagte Sandra Scherzer. Die Stellen sollen innerhalb von zwei Jahren im so genannten indirekten Bereich, also überwiegend in der Verwaltung, gestrichen werden. Außerdem will Zeppelin seine Führung straffen und damit kürzere Entscheidungswege garantieren. Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln derzeit über einen möglichst sozialverträglichen Jobabbau, frei werdende Stellen werden nicht wieder besetzt. Doch sicher darf sich niemand sein. Sandra Scherzer: „Auch betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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