Sanierung der Halle Urberach

Zur Wahl in die Berufsakademie

Rödermark - Für die von Asbest belastete Halle Urberach steht der Sanierungsplan. Das berichtete gestern Erster Stadtrat Alexander Sturm in seiner letzten Magistratspressekonferenz.

Vorsorglich hätten die Kommunalen Betriebe bis zu 400 000 Euro bereit gestellt, um Mehrkosten zu decken.

Die Platten waren in den 70ern in der Halle an den Stützpfeilern verbaut worden. Als Arbeiter im Mai diese Verkleidungen wegen der geplanten Hallenrenovierung entfernten, gelangten Asbestfasern in die Luft. Die Luft in der Sporthalle und den Umkleideräumen war mit bis zu 5 000 Asbestfasern pro Kubikmeter verschmutzt. 500 Fasern sind laut Bayerischem Umwelt-Landesamt der Grenzwert. Asbest gilt als krebserregend. Sturm stoppte die Bauarbeiten sofort. In Nebenräumen (Technik ect.) konnte allerdings bald weiter gearbeitet werden.

Ein Ingenieur hatte die Frage nach einer Asbestbelastung aufgeworfen, als die Handwerker in der knapp 40 Jahre alten Halle neue Leitungen für Strom und Heizung verlegten. Dabei hatten sie die Brandschutzplatten von den Stützpfeilern entfernt. Der Fund kam für die Stadt überraschend. Darüber entbrannte politischer Streit.

Asbest in der Sporthalle

Wie auch immer: Fünf Luftmessungen und vier so genannte Abdruckproben bestätigten den Verdacht, dass bei den Arbeiten Asbest in die Sporthalle gelangt war. Türen und alle anderen Öffnungen mussten quasi versiegelt werden, damit sich das Asbest nicht weiter verteilt.

Der damals mit der Bauleitung betraute Architekt legte seine Arbeit nieder. Der neue Architekt hat am Mittwoch in der Betriebskommission sein Konzept vorgestellt.

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Inzwischen ist klar, wo überall in der Halle Asbest verbaut worden ist. Die Werte liegen derzeit so niedrig, dass nach einer Grundreinigung weitergearbeitet werden kann. Parallel zur regulären Hallenrenovierung läuft die Asbestsanierung. Dazu werden bestimmte Abschnitte in der Sporthalle mit Folien abgeklebt, damit bei Unterdruck gearbeitet werden kann. Mindestens 200 000 Euro kostet allein die Beseitigung des Asbestproblems. Hinzu kommen Mehrkosten für nicht geplante Baumaßnahmen. Zum Beispiel muss die Tribüne weggerückt werden, um an die Stützpfeiler zu kommen. Auch Prallwände müssen abgebaut werden. Sturm rechnet inzwischen nicht mehr damit, dass die Halle vor Jahresende wieder benutzbar sein wird. Schon jetzt sei man „sechs bis sieben Wochen hinter dem Zeitplan“.

Wichtige Termine, die die Halle traditionell füllen, sind bereits an andere Örtlichkeiten verlegt worden. Die Einschulung der Erstklässler in Urberach findet am 20. August auf dem Schulhof und in den Pausengängen statt. Auch für die Wahlen am 22. September steht die Halle Urberach als Wahllokal nicht zur Verfügung. Stattdessen sollen die Bürger in der Berufsakademie Rhein-Main nahe dem Badehaus ihre Kreuzchen machen. Und die städtischen Weihnachtsfeiern wurden in die Kulturhalle Ober-Roden verlegt.

bp

Quelle: op-online.de

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