Waldacker ab Herbst Nadelöhr

Waldacker (lö) - Unzählige Male diskutiert, geändert, verworfen und verschoben: Der Umbau der Hauptstraße in Waldacker, über die täglich etwa 18.000 Autos fahren, drohte zur unendlichen Geschichte zu werden. Jetzt steht ein Termin fest; die Arbeiten sollen im Oktober losgehen.

Das teilte Bürgermeister Roland Kern (AL) im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Sicherheit und Energie mit.  Die Gesamtkosten bezifferte er mit knapp 1,8 Millionen Euro. Mit 850.000 Euro ist die Erneuerung der Fahrbahn, die verengt werden soll, veranschlagt. Diesen Teil finanzieren Land und Bund. 900.000 Euro sind für breitere Bürgersteige und behindertengerechte Bushaltestellen eingeplant. Das ist zunächst einmal Sache der Stadt, die ihre Kosten aber durch Zuschüsse senken will.

Im einem ersten Schritt werden von Süden her die Bürgersteige gepflastert. Eine Wanderbaustelle von 150 bis 200 Metern soll sicherstellen, dass höchstens zwei Einmündungen von Seitenstraßen zugleich blockiert sind.

Da auch Platz für Baufahrzeuge und Material freigehalten werden muss, wird der Verkehr auf der gegenüber liegenden Seite auf zwei engen provisorischen Fahrspuren an der Baustelle vorbei geführt. Das Ordnungsamt wird auf diesem Abschnitt ein Halteverbot anordnen. Kern geht davon aus, dass die Bürgersteige ab Ende März 2012 Gehwege sind, die diesen Namen auch verdienen.

Sanierung in den Osterferien

Das Land will die Fahrbahn der B 459 im April, also weitgehend während der Osterferien, sanieren. Zwei bis drei Wochen sollen diese Arbeiten dauern, die Waldacker zum Nadelöhr machen.

Nach den derzeitigen Planungen wird die Bundesstraße dann halbseitig gesperrt. Autofahrer müssen einen Umweg über Kreisquerverbindung, Rodgau-Ringstraße und L 3097 nehmen. Überlegungen, die B 459 je nach Verkehrsfluss zur Einbahnstraße zu machen, wurden verworfen.

Beim Radweg gibt‘s aus Rödermärker Sicht eine gute und eine schlechte Nachricht. Positiv: Das Land fühlt sich nun doch für die Finanzierung zuständig, die sonst Sache der Städte Rödermark und Dietzenbach gewesen wären. Das hat jedoch seinen Preis: Kern schätzt, dass der Radweg frühestens in drei, wenn nicht gar erst in vier Jahren gebaut wird. Klar ist immerhin, dass das Land ihn auf der Ostseite der B 459 entlang führen wird.

Warnung vor dem Lkw-Fahrtwind

Wie Radler bis dahin durch Waldacker kommen, bleibt dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis und der individuellen Bequemlichkeit überlassen. Wer aus Richtung Dietzenbach kommt, kann zusammen mit den Autos die Kreisquerverbindung überqueren und dann den Mehrzweckstreifen auf der Westseite der B 459 benutzen.

Stephan Brockmann vom Ordnungsamt und Verkehrsexperten des Kreises warnten jedoch vorm Fahrtwind der Lkw auf den ersten Metern nach der Ampel. Was Dieter Lechleiter und andere Mitglieder der BI „Hauptstraße Waldacker“ im Ausschuss den Kopf schütteln ließ: Diese Sogwirkung drohe auf ganzer Länge der Ortsdurchfahrt - egal, auf welcher Seite der Weg anfangs verläuft.

Die Initiative befürchtet, dass der Radweg am nördlichen Ortsschild endet. Bürgermeister Kern bot an, sie weiterhin in die Diskussion um die optimale Steckenführung einzubeziehen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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