Waldacker-Initiative kritisiert

Noch viele Baustellen an der Ortsdurchfahrt

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Die Grünphase am südlichen Ortseingang ist für gehbehinderte Fußgänger eindeutig zu kurz, wie die rote Ampel zeigt.

Waldacker - 20.000 Positionen ist die Mängelliste des umstrittenen Berliner Flughafens lang. Ähnlich akribisch hat sich die Quartiersgruppe Waldacker mit den Macken der sanierten Hauptstraße auseinander gesetzt. Von Christine Ziesecke

Zugewucherte Verkehrsschilder sind ein ständiges Ärgernis. Ausnahmsweise ist nicht „Hessen Mobil“ verantwortlich, sondern der Grundstücksbesitzer.

Seit gut vier Monaten sind die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt, der B 459, weitgehend beendet - theoretisch. Doch noch immer gibt es zahlreiche „Baustellen“, die beseitigt werden müssen. Diese Überbleibsel oder auch neue Ärgernisse aufzulisten, hat sich die Quartiersgruppe auf die Fahnen geschrieben. Im Laufe von gut zweieinhalb Stunden haben die rührigen Anwohner die Mängel aus der Bauphase tabellarisch aufgelistet und in eine Fotodokumentation aufgenommen, die nun der Stadt zugestellt wird.

Zwar hatte die Verwaltung schon mehrfach bei Rückfragen auf „Hessen Mobil“ verwiesen: Der Bauherr sei für die Nachbesserungen verantwortlich, doch die Bürger möchten sich damit nicht mehr abspeisen lassen: Denn nicht sie persönlich seien verpflichtet, der Baubehörde so lange auf die Zehen zu treten, bis alles bereinigt ist, sondern die Stadt.

28 Punkte auf der Agenda

Nicht endender Quell der Ungereimtheiten und eine Stolperfalle: der Treppenabgang und die dazugehörige Rollstuhl- und Kinderwagenrampe an der Querungshilfe der B 459.

28 Punkte standen auf der Agenda. Einige davon sind die üblichen hausgemachten Probleme: von Anwohnern nicht freigeschnittene Verkehrszeichen, die wahrscheinlich von einem Lkw zerstörte Infotafel am nördlichen Ortseingang, unnötige Beschilderungen oder die verblassten Tempobegrenzungs-Beschriftungen am Beginn der Seitenstraßen. Andere Mängel sind der neuen Straßenführung geschuldet oder von den Bauarbeiten übrig geblieben. Leicht zu beheben und deshalb hoffentlich auch rasch erledigt: eine übrig gebliebene Warnbake an einer der Verkehrsinseln, zahlreiche Vermessungsdreiecke oder die noch nicht entsorgte „Wasserglätte“-Warnung vor der Bushaltestelle Süd.

Wesentlich problematischer sind dagegen Schäden oder Fehler direkt auf der B 459. Die Quartiersgruppe bemängelt zum Beispiel den Überweg an der Wingertstraße. Mit seinen Krücken kam Volker Engelmann gerade mal bis zur Straßenmitte, als die Ampel für ihn schon wieder auf Rot sprang. Da hier zahlreiche Senioren und vor allem auch Kindergarten-Gruppen die Bundesstraße queren, sollte die Ampelphase verlängert werden – auch wenn es zu Lasten der Autofahrer geht.

Viel zu kurze Abbiegespuer

Ein weiteres Problem am nördlichen Ortsausgang wurde erst klar, als eine Bewohnerin der Reihenhäuser darauf aufmerksam machte: Wer von Dietzenbach kommend direkt vor dem ersten Pflanztrog nach links abbiegen will, steht auf einer viel zu kurzen Abbiegespur.

Steter Quell leider nicht der Heiterkeit, sondern des Ärgerns ist immer noch die Querung mit Treppe und Behindertenrampe in der Mitte des Ortsteils. Die Ästheten bemerken vielleicht mehr, dass hier vor und nach dem Abgang die Bepflanzung noch aussteht; Realisten sehen mit großer Sorge, dass das Geländer zu kurz geraten ist und der für Rollstuhlfahrer nötige Handlauf an beiden Seiten der Rampe fehlt.

Stolperfallen für Fußgänger

Laute Dehnungsfugen am Ortsausgang Richtung Dietzenbach stören die Anwohner gewaltig; in unterschiedlichen Höhen für Fußgänger und Radfahrer oder Behinderte abgesenkte Querungshilfen sind arglistige Stolperfallen – das alles wurde sorgsam dokumentiert und zuvor von den Teilnehmern intensiv begutachtet und ausdiskutiert – wobei die Toleranzschwellen innerhalb der Waldackerer Quartiersgruppe durchaus unterschiedlich hoch angesiedelt sind.

Des fast durchgehend kritischen Themas Radwege und die immer noch fehlende Anbindung an die Kreisquerverbindung nimmt sich die Offenbach-Post gesondert an. Hier hat mit Blick auf den Frühling die Geduld der Bürger wirklich ein Ende.

www.quartier-waldacker.de

Quelle: op-online.de

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