„Waldkobolde“ erkunden die Natur spielend

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Ein Seil, das von Baum zu Baum gespannt war, führte die „Waldkobolde“ gestern auf eine Entdeckungsreise durchs „Schillerwäldchen“. Die Erzieherinnen Veronika Bethge (rechts) und Claudia Ludwig haben ein naturpädagogisches Konzept entwickelt, das ohne gekauftes Spielzeug auskommt.

Ober-Roden ‐ Aller Anfang ist klein: Die ersten fünf „Waldkobolde“ tummeln sich seit gestern unter den Kiefern und Buchen des „Schillerwäldchens“. Der alte Freiluft-Festplatz im Breidert ist die Basis des Rödermärker Waldkindergartens, der das pädagogische Vorschulangebot ergänzt. Von Michael Löw

Die Erzieherinnen Claudia Ludwig und Veronika Bethge erläuterten den Eltern der fünf Pioniere, zahlreichen weiteren Interessenten sowie Bürgermeister Roland Kern noch einmal kurz das Konzept, das den Kindern die Natur, Pflanzen und Tiere aber auch natürliche Spielräume und Spielmaterialien nahe bringen soll. Dies fördere nicht allein die Phantasie, Motorik und Sinne, sondern sensibilisiere dazu, die Natur zu achten und zu erhalten. Gekauftes Spielzeug gibt‘s nicht, schließlich liegt im Wald genug Bastelmaterial von Mutter Natur rum.

An ihrem ersten Tag machten die „Waldkobolde“ eine Entdeckungsreise durch den Wald und erkundeten die Baumkronen von unten mit einem Spiegel. Unter der Waldfesthütte lag ein großes weißes Transparent, auf dem die Großen ihnen gute Wünsche mit auf den Weg geben konnten.

Samuel Diekmann aus Waldacker hatte seinen Sohn Jona schon für einen Regel-Kindergarten angemeldet, als er von den „Waldkobolden“ erfuhr. „Jona ist sehr lebhaft, und wir haben daheim keinen Garten. Daher ist der Waldkindergarten ideal für uns“, berichtete der Pfarrer der Dietzenbacher Jesus-Gemeinde. Von deren Pfadfinder-Gruppe ist Klein-Jona nämlich schon lange angetan.

Claudia Ludwig und Veronika Bethge wollen mit ihren Schützlingen an allen fünf Wochentagen durch den Wald ziehen. Nur wenn ein Sturm den Aufenthalt im Freien zu gefährlich macht oder Dauerregen auch die beste Jacke durchdringt, weichen sie in die Hütte aus.

Daten und Fakten

  • Rödermarks erster Waldkindergarten hat Platz für bis zu 20 Drei- bis Sechsjährige. Er ist von 8 bis 13 Uhr geöffnet, der Elternbeitrag liegt bei 70 Euro im Monat.
  • „Die Waldkobolde“ sind formal eine eigene Einrichtung, organisatorisch aber im städtischen Familienzentrum „Am Motzenbruch“ daheim.
  • Dessen Leiterin Melanie Gesche nimmt weitere Anmeldungen entgegen: entweder per Telefon unter der Telefonnummer 06074 922076 oder per E-Mail (Melanie.Gesche@roedermark.de).

Quelle: op-online.de

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