Warten, bis die Schale bricht

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Die Urberacher Geflügelzüchter Mario und Monika Luther sind „Eltern“ vieler Küken.

Urberach ‐ Im Geflügelzuchtverein in der verlängerten Römerstraße ist neues Leben eingekehrt. Nicht nur mit dem neuen Vorsitzenden Mario Luther samt Ehefrau Monika, sondern auch flauschig weich mit vielen gerade geschlüpften Küken, mit drei Wochen alten Häschen und vielen weiteren Jungtieren. Von Christine Ziesecke

Die frisch gebackenen Ersatzeltern haben seit Wochen alle Hände voll zu tun: Ab Ende Februar bis spätestens Anfang Mai kommen befruchtete Eier in den Brutkasten – mit einer Lampe hinter dem Ei lässt sich erkennen, ob ein Ei befruchtet ist oder nicht. Späteres Brüten lohnt sich nicht mehr für die Züchter, weil sie bis zu den Ausstellungen im Herbst ihre Jungtiere beurteilungsreif haben möchten.

44 Eier hatte das Ehepaar Luther am 6. März in den Brutkasten gepackt. „Eltern“ sind acht Hühner und ein Hahn aus dem Luther‘schen Stall. „Das ist schon eine Superleistung von dem Hahn, denn 97 Prozent der Eier waren befruchtet“, lobt Luther den Gockel. Normalerweise ist ein Hahn für drei bis vier Hühner zuständig.

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Urberacher sind „Eltern“ vieler Küken

21 Tage mussten die Eier gebrütet werden, dann ließ am ersten Picken an der Schale das Schlüpfen erahnen. Das zieht sich aber noch bis zu einem Tag hin. In diesem Jahr kamen tatsächlich fast alle Küken genau am Schlupftag, dem vergangenen Samstag, zur Welt. Nun werden die „Appenzeller Spitzhauben gold-schwarz getupft“ gemeinsam in einer Aufzuchtkiste mit Wasser und Kükenmehl unter der Wärmelampe großgezogen. Die Küken piepsen um die Wette und wuseln lebhaft umeinander herum und übereinander hinweg, sehr zur Freude aller Zuschauer.

23 Küken sind geschlüpft. „Das sind immerhin 56 Prozent, und ein paar Nachzügler kommen sicher noch“, stellt Mario Luther stolz fest. Zwei bis dreimal am Tag musste in den letzten drei Wochen die Henne ersetzt werden: Die Eier im Brutkasten mussten gewendet werden – früher mit einem Motor, inzwischen per Hand -, damit das Embryo nicht an der Schale festklebte. Ein Fach tiefer liegen Enteneier. Die aber hat Luther den Enten während der großen Kälte abgenommen, sie werden wohl keinen Nachwuchs bringen.

Die Luthers sind erst seit vorigem April im Verein, haben eine Parzelle übernommen und erst einmal gründlich renoviert, gestrichen und aufgefrischt. Das Ehepaar stammt aus einem Dorf in Thüringen, wovon der Trabi im Hof zeugt und wo beide viel mit Tieren zu tun hatten – sogar Ziegen und Pferde hatte das Paar schon gehegt, „doch dafür haben wir hier keinen Platz“. Als erstes ließen sie sich damals einige Eier zur ersten Zucht schicken. In Watte und Eierkartons verpackt kamen 26 befruchtete Eier an, aus denen 11 Küken schlüpften. Die jetzt ausgebrüteten Eier sind nun schon die „Kinder“ dieser ersten Generation.

Ab Ende April neuer Pächter in Vereinsgaststätte

Mario Luther und der zweiten Vorsitzenden Jakob Frange möchten den Geflügelzuchtverein wieder in Schwung bringen. Ihr Ziel ist es, dass alle Mitglieder in ihren Volieren wieder Rassetiere züchten und nicht nur Tauben halten. Zwei Parzellen sind derzeit noch frei – Interessenten können sich gern melden. Ebenso willkommen sind passive Mitglieder, die zu Hause züchten und den Verein als Basis für Ausstellungen nutzen.

Ende April bewirtet ein neuer Pächter die Vereinsgaststätte. Am Ostersonntag wird aber erst einmal ab 10 Uhr ein Fest gefeiert, bei dem vor allem Kinder zum Ostereiersuchen eingeladen, sind und bei dem weitere Überraschungen warten - garantiert bei jedem Wetter. Neben den jungen Küken freuen sich auch die Kaninchen mit ihren drei Wochen alten Jungtieren, die Hausenten und viele weitere Tiere auf Besuch.

Quelle: op-online.de

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