Weihnachtskonzert des Musikvereins 06 Urberach

Geisterjäger in Overalls unterwegs

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Solist Volker Laumann begeisterte die Zuhörer mit seinen extrem tiefen Posaunentönen.

Ober-Roden - Festlich und besinnlich wurde es beim Weihnachtskonzert des Musikvereins 06 Urberach zum Ausklang natürlich auch mit einem Weihnachtsliederpotpourri, das eine nachdenklich machende kleine Engelsgeschichte umrahmte.

Doch das schwungvolle und fröhliche „Feliz Navidad“, vom Jugendorchester des Vereins als Zugabe gespielt, trifft die Konzertstimmung besser als ein „Stille Nacht“ es getan hätte. Die Zuhörer erlebten in der Kulturhalle eine vergnügliche, fröhliche Mischung aus Musical, Filmmusik, ein wenig Pop und moderner Klassik etwa vom Komponisten Jacob de Haan, alles umwoben mit einer leichten Weihnachtsvorfreude. Betont wurden zahlreiche Werke durch Solostimmen aus den Reihen der drei Orchester, auch schon bei dem überraschend großen Juniororchester des Vereins. Unter der ruhigen, aber ausdrucksstarken Leitung von Melanie Pranieß begleiteten etwa Lucy Hahn und Jenny Fritz mit ihren Querflöten das „Little Girl from Trinidad“, ebenso wie Silke Eder mit dem Saxophon dem Hit von Andreas Bourani „Auf anderen Wegen“, der für die zumeist sehr Musiker extra von Julian Fischer „herausgehört“ und in Noten gebracht worden war, eine zusätzliche Stimme gab.

Zahlenmäßig bedeutend verstärkt in den vergangenen Monaten: das Juniororchester des Musikvereins 06 Urberach unter der ruhigen, aber ausdrucksstarken Leitung von Melanie Pranieß.

Mit einem optischen Knallbonbon trat wieder einmal das Jugendorchester auf – das Publikum, das schon mehrere Weihnachtkonzerte begleitet hat, hätte die lebendigen Einfälle von Dirigent Thomas Martin und seiner Truppe auch sehr vermisst. Die Filmmusiken von „Ghost Busters“, den Geisterfängern, wurde von geisterjagenden Musikern in weißen Overalls eröffnet – mit ihren Instrumenten in der Hand, versteht sich. Spätestens anschließend, beim dreiteiligen Zyklus „Virginia“ des zeitgenössischen niederländischen Komponisten und Musikers Jacob de Haan, den das Jugendorchester spielte, wurde klar, wie gut ein Moderator einem solchen Konzert tut – erst recht wenn der Moderator Jürgen K. Groh heißt. Ohne seine lebendigen Vorgeschichten hätte mancher Zuhörer die Hintergründe des Stückes sicher nicht nachvollziehen können. Kräftiger Beifall für ein anspruchsvolles Stück war dem Orchester sicher, ebenso nach dem Mary-Poppins-Medley wie auch nach dem schwungvollen „Feliz Navidad“ von José Feliciano zum Abschied.

Lebendig und fröhlich im wahrsten Wortsinn begann des Große Blasorchester seinen Auftritt: mit der „Jupiter Hymn“ aus dem Zyklus der „Planeten“, dem „Überbringer der Fröhlichkeit“. Die Posaunen im Mittelpunkt hatte auch das zweite Werk, der zweite Teil des „Vademecum“ von Wim Bex – Solist Volker Laumann begeisterte die Zuhörer mit seinen extrem tiefen Posaunentönen. Ein Walzer schloss sich an, doch – zum Tenor des Programms passend – durchaus nicht wienerisch, sondern rasant spanisch: „Espana“ ging in Kopf und Füße. Dank Moderator Jürgen K.Groh und seiner Vorbereitung auf die Filmmusik zum „Dschungelbuch“ erschloss sich der Zauber der Musik besser, zumal bei wohl jedem Gast eigene Film-Erinnerungen dazukamen.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Der musikalische Schluss kam dem Publikum wieder spanisch vor: „El Camino Real“, der „Königsweg“, eine außergewöhnliche Fantasie mit lateinamerikanischen Elementen – ungewöhnlich eindrucksvoll und eher untypisch für Weihnachtskonzerte, aber vom großen Blasorchester mitreißend intoniert. Und damit das Konzert mit dem Weihnachtsliedermedley rund um den kleinen Engel Fidor nicht womöglich doch sentimental endet, gab es als allerletzte Zugabe noch ein Mitklatsch-Weihnachtslied – ein erfreulich fröhliches Konzert eine Woche vor Heiligabend. Am 22. April geht’s mit dem Frühjahrskonzert des Vereins weiter.

Neben dem Dank an die Musiker und ihre Dirigenten wurde auch ein Versprechen vom aktuellen 110. Geburtstag des Vereins eingelöst: Ein Teil der Erlöse beim Benefizkonzert des hessischen Landespolizeiorchesters – jeweils 300 Euro – wurde nun offiziell von der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Silke Eder dem DRK Rödermark für die praktische Sozialhilfe bei „Lebensmittel und mehr“ sowie dem Kreisverband des „Weißen Ring“, der Hilfestelle für Kriminalitätsopfer, übergeben. (chz)

Quelle: op-online.de

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