Klein, aber fein:

Glühweinwetter beim Nikolausmarkt in Urberach

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Im Zelt der Freien evangelischen Gemeinde wurde nicht nur gebastelt und für eine Schule in Mali gesammelt, sondern auch biblische Geschichten in einer ungewöhnlichen Weise dargeboten.

Urberach - Eine Veranstaltung für den ganzen Stadtteil kann auch gelingen, wenn sich das Vorbereitungsteam auf nur zwei Personen beschränkt. Der Nikolausmarkt ist ein Beispiel dafür.

Werner Popp und Christoph Schulmeyer haben den Markt am Leben erhalten, als er vor etwa fünf Jahren einzugehen drohte; zusammen leisteten sie auch diesmal die Vorarbeiten, um die Tradition zu wahren. Klein, aber fein ist der Markt in den letzten Jahren auf die Erlengasse und den Häfnerplatz zusammengeschrumpft, aber dafür ohne große Einschränkungen für den Durchgangsverkehr und ohne Sperrungen. Auch diesmal arbeiteten die beiden Organisatoren mit Freunden und Familien bis zum letzten Moment. Zwei der letztjährigen Standbesitzer hatten diesmal absagen müssen, dafür waren mit dem Maronimann und mit „Afa“ (Alle für Alle) zwei Stände dazugekommen – 15 Gruppen und Verkäufer insgesamt. Das Wetter half auch mit: Die erste klare winterliche Kälte machte Kinderpunsch, Glühwein und heiße Bratwürste noch beliebter als sonst.

Für die Standbetreiber wurde es von den Füßen her auf Dauer recht kühl. So schickte etwa Sylvia Baumer ihre Begleiter nach wärmendem Material aus: „Ich habe meinem Mann gesagt, er soll noch etwas Wärmendes zuhause holen.“ Gut hatten es da die Mitglieder der Karnevalsabteilung des KSV Urberach, die am Markteingang mit ihrem Glühweinkessel am offenen Feuer direkt an der Wärme standen, oder die Urberacher Pfadfinder vom Stamm der Gralsritter, die in der Mitte ihrer nach oben offenen Kohte ein wärmendes Feuer in Schach hielten.

In ein großes Zelt lud auch die Freie evangelische Gemeinde Rödermark ein. Nicht nur Kinder hatten bei den zahlreichen Bastelangeboten ihren Spaß; auch ihre Eltern kamen bei den originell vorgetragenen Geschichten an der Pinnwand auf ihre Kosten. Zudem präsentierten einige Gemeindeglieder auch in diesem Jahr ein Theaterstück: „Hilfe, die Herdmanns kommen“. Im Freien war dieses Stück in zwei Teilen sowohl am Samstag als auch am Sonntag zu erleben. „Wir nehmen keinen Eintritt oder auch keine Materialkosten, wir bitten aber um eine Spenden für unser Projekt „I Ni Sini“ für den Bau einer Schule für Kinder in Mali“, erläuterte Jens Bertram, der viel beschäftigte Pastor.

Bilder: Nikolausmarkt in Urberach

Von der Petrusgemeinde kam wieder die passende Musik zum Nikolausmarkt. Der Posaunenchor und erst recht die Alphornbläser erfüllten die Menschen mit warmen Adventsgefühlen. Warm wurde es vielleicht auch den Jüngsten auf dem kleinen Karussell am Eingang zum Häfnerplatz. Ansonsten gabs auch in der Kelterscheune eine Möglichkeit zum Aufwärmen, wo der Kinderschutzbund wieder mithalf. Natürlich war auch Landwirt Baumer mit seinen Bioprodukten dabei. Die Künstlergruppe KiR warb mit liebenswerten Geschenken, unter anderem dem Rödermark--Maskottchen wumboR als Stempel oder als Anhänger.

Und wer denn doch über die Straße Richtung Galluskirche weiterging, durfte nicht die wenigen Schritte hin zum liebevoll geschmückten Hof des Hirschwirts verpassen. Dort gabs allerhand Leckeres und Deftiges, aber auch Kultur wie etwa den Chor der Germania 03 Seligenstadt, der unter anderem das von Edmund Seib komponierte Lied „Oh Weihnachtsfreude in den Bergen“ vorstellte. Geschäfte wie „Mode und mehr“ von Martina Schwarzkopf und das Märktezentrum boten Gelegenheit zum Einkaufsbummel. Auch Nikolausstimmung war zu erleben: Der Bischof kam wie jedes Jahr mit seinem Pferdewagen auf den Häfnerplatz, überraschte die Kinder mit Lebkuchen und lud sie zur kleinen Rundfahrt ein. (chz)

Quelle: op-online.de

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