Musikverein 06 Urberach plant wieder ein Projektorchester

Von Micky Maus bis Phantom der Oper

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Unter Leitung von Laszlo Szabo präsentierte das große Blasorchester des Musikvereins 06 Urberach sein Weihnachtskonzert in der Kulturhalle.

Rödermark - Ein Verein – drei Orchester, die alle drei Konzertreife haben: Das ist der Musikverein 06 Urberach, der sich mit seinem Weihnachtskonzert in der Ober-Röder Kulturhalle sehr wohl fühlt. Von Christine Ziesecke 

Wie alle Jahre eröffnete Dirigentin Melanie Pranieß (die selbst im großen Blasorchester ebenso zuhause ist) mit ihrem Juniororchester den musikalischen Adventsabend. Bei Neil Diamonds Song „I’m a Believer“ übertrug sich bereits der Schwung von der Bühne ins Publikum. Ein schöner Einstieg in die für diesen Musikverein neue Begleitung der Musik durch das Visuelle, etwa auf der großen Videowand, startete beim zweiten Titel „Aschenbrödel“: Zwischen den Musikstücken erzählten Kinder die Geschichte, was Moderator Jürgen K. Groh besonders freute: „Da brauchen wir uns um Moderationsnachwuchs keine Sorgen zu machen!“ Nach dem Märchen gab’s zum Abschluss noch Märchenhaftes für alle Fans der Liverpooler Pilzköpfe: „Imagine“ von John Lennon rundete den Auftritt der jüngsten Musiker gefühlvoll ab.

Seinen wie immer schon mit Spannung erwarteten ganz speziellen Auftritt hatte Thomas Martin, der Leiter des Jugendorchesters. Statt wie sonst mit aufwendigen Verkleidungen und Gefährten kam er diesmal an zwei Krücken auf die Bühne und überließ den kleinen Knalleffekt seinem jüngsten Musiker auf dem Bobbycar. Eine Knöchelverletzung zwang ihn, etwas ungewohnt im Sitzen zu dirigieren, was der Leistung seines Orchesters aber keinen Abbruch tat. Viele junge Solisten (unter anderem an Euphonium und Blockflöte), aber auch ein schwungvolles Ganzes begeisterte die Ohren, während die Augen auf die Videowand gerichtet waren, auf der Bilder zu den „Transformers“ ebenso wie zum großen Special der Filmmusiken von Disney-Filmen abliefen. Mit „Adventure“ rundete das Jugendorchester seinen Auftritt bemerkenswert ab.

Das Jugendorchester dirigierte Thomas Martin ausnahmsweise im Sitzen – eine Knöchelverletzung zwang ihn dazu.

Kerzengerade stehend leitete dagegen Dirigent Laszlo Szabo sein großes Blasorchester bei der einleitenden Fanfare rund um einen fulminanten Flug nach Japan („Flight to the Unknown World“) – und das hat er nicht erst seit September gelernt, seit er das hessische Polizeiorchester als Dirigent übernommen hat. Schon bei der Vorstellung der folgenden „Forrest Gump Suite“ wurde Moderator Jürgen K. Groh ganz melancholisch: „Diese Musik geht einem ans Herz!“. Die Bilder zu dem Leben, das einer Pralinenschachtel gleicht, auf der Videowand unterstrichen noch das Kopfkino, das bei der wunderbaren Musik von Alan Silvestri wohl in fast jedem Zuhörer ablief.

Bei „Rikulin“, vier israelischen Tänzen, konnte das große Orchester schon aufgrund des sich rasant steigernden Tempos sein ganzes Können ausspielen. Ein anspruchsvolles Medley aus Filmmusiken von Charly Chaplin brachte zusammen mit den gezeigten Bildern die Erinnerung an viele längst zum Kulturgut gewordenen Filme zurück. Es war der Übergang zum großen Finale, dem von Andrew Lloyd Webber vertonten „Phantom der Oper“, das durch die Kulturhalle schlich und wohl keinen Zuhörer unberührt ließ.

Bilder: Nikolausmarkt in Urberach

Seinem Namen machte das große Weihnachtskonzert des Musikvereins 06 Urberach wohltuend erst ganz zuletzt alle Ehre. Mit einem sich ins Schwungvolle steigernden Weihnachtslieder-Medley schickte der Verein seine Zuhörer am dritten Adventswochenende nach Hause, nicht ohne einen positiven Ausblick aufs kommende Jahr zu geben. Dann laden Michael Gurnik und Jörn Fischer im Herbst zu einem musikalischen „Klassentreffen“ ein, die Aufführung eines neuen Werks als Projekt unter anderem für ehemalige Vereinsmusiker und mehr.

Seit 2010 fanden bisher vier Aufführungen eines Projektorchesters mit jeweils rund 40 Musikern und Musikerinnen aus bis zu zehn Vereinen der Region statt. Das als „Sinfonisches Blasorchester“ konzipierte Projektorchester dient ausschließlich dem Zweck, möglichst viele Musiker der benachbarten Vereine zusammenzuführen, um innerhalb einer kurzen, intensiven Probenzeit gemeinsam einen Konzertauftritt zu gestalten. Danach löst sich das Orchester wieder auf.

Infos unter www.musikverein-urberach.de

Quelle: op-online.de

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