Leser erzählen Heiligabend-Anekdoten

Zwei höchst anrüchige Bescherungen in Rödermark

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Eine „Baby Born“-Puppe hat fast die gleichen Bedürfnisse wie ein kleines Menschenkind. Julia Geyer und ihre Eltern kamen an Heiligabend 2001 arg ins Schwitzen, weil „Baby Born“ nach dem Füttern zwar ein Bäuerchen machte, der Brei aber nicht hinten raus wollte...

Rödermark - Was war Ihre kurioseste, spannendste oder auch bangste Bescherung? Das hatten wir unsere Leser gefragt, nachdem OFFENBACH-POST-Mitarbeiterin Christine Ziesecke die Geschichte einer nervenaufreibenden Hamstersuche an Heiligabend erzählt hatte.

Zwei Frauen schickten uns ihre Weihnachtserlebnisse - und beide Anekdoten waren eine höchst anrüchige Angelegenheit. Was vor Jahren großes Naserümpfen auslöste, ist heute herzlich belachter Erzählstoff vor oder nach der Bescherung.

Julia Geyer, damals zarte fünf Jahre jung, wünschte sich zu Weihnachten 2001 eine Puppe. Nicht irgendeine - nein, eine „Baby Born“ musste es sein. Dieses Püppchen hat menschliche Züge, darf gefüttert und muss gewickelt werden. „Baby Borns“ Weihnachtsmenü war ein rosa Pulver, das „Mama“ Julia in Wasser einrührte und ihren Wunschkind Löffel für Löffel in den Mund schob. „Die perfekte Puppenmutti, welch ein Spaß“, freut sich Julias Mutter Susanne noch 15 Jahre später. „Baby Born“ machte sogar ein Bäuerchen.

Danach wurde die ganze Familie Geyer unruhig, denn der Brei wollte nicht wie vom Hersteller versprochen hinten raus. Julia wiegte die Puppe hin und her, schüttelte sie sogar kopfüber. Ohne Erfolg!

Die Küche wurde zur Praxis für den Puppennotarzt und Susanne Geyer entschied resolut: „Bevor das neue Familienmitglied eine Verstopfung und Bauchweh bekommt, muss ein Einlauf gemacht werden.“

„Baby Born“ erhielt eine Spülung mit warmem Wasser, und die Puppe reagierte wie ein echter Säugling. Der Brei landete in der Windel. Die Familie lacht immer noch an Weihnachten über die medizinische Versorgung auf dem Küchentisch. Besonders herzhaft, wenn Susanne Geyer ihre wahren Beweggründe bekennt: „Ich hatte Befürchtungen, dass es im Puppeninneren irgendwann zu Lebenkulturen kommen könnte.“

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Solche Reste bescherten auch Dorothea Zimmermann einen denkwürdigen Heiligen Abend. Der begann ganz gemütlich, denn die Ente brutzelte im Römertopf vor sich hin. Aber Schwiegersohn Markus rümpfte die Nase: „Riecht Ente immer so?“ Durch die Küche waberte eindeutig Pipi-Aroma. Die Enkelin war jedoch dem Windelalter entwachsen. Und im Ofen saß sie schon gar nicht.

Der Gestank kam eindeutig aus dem Ofen, und Dorothea Zimmermann schwante Böses. Der vor einem halben Jahr verstorbene Kater Linus markierte von Zeit zu Zeit sein Revier. Dabei muss auch der Römertopf etwas abbekommen haben. Zuwenig, dass es die Köchin beim Wegräumen merkte. Mehr als genug, um der Familie den Appetit auf Ente zu verderben. Geflügel und Topf wanderten in die Mülltonne, eine eingefrorene Schweinelende rettete das Fest. Seither heißt es bei Zimmermanns an Heiligabend: „Aber bitte kein Römertopf-Essen!“ J lö

Quelle: op-online.de

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