Weise Worte an bunten Figuren

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Bei den „Plaudernden Fischen“ auf der Grünanlage hinter der Trinkbornschule rezitierte Bernhard Nowak vom Freundeskreis der Stadtbücherei Christian Morgenstern und die ganze Spaziergängergruppe sang, von Reinhold Franz begleitet, das Schubertsche „Forellenlied“.

Rödermark (chz) ‐ Lust auf mehr machte der erste Spaziergang „Literatur und Skulptur“ des Vereins „Lesezeichen“, dem Freundeskreis der Stadtbücherei. Eine große, bunt gemischte Gruppe traf sich am Sonntagnachmittag am Töpfer auf dem Häfnerplatz, wo Büchereileiterin Brigitte Stenske Daten zu dieser Bronzeplastik erläuterte.

Außerdem rezitierte Lou Heinrich passende Zeilen aus Johann Wolfgang von Goethes „Aus meinem Leben – Dichtung und Wahrheit“ – die sich natürlich um kaputte „Dippe“ drehten. Dem gelben Regenschirm von Irmtraud Busch folgend, passierten die Spaziergänger anschließend den „Gaukler“ auf dem Festplatz, begleitet von C. F. Meyers Text „Die Gaukler“, vorgetragen von Bernhard Nowak, und sang gemeinsam das alte Siw-Malmquist-Lied „Mein bunter Harlekin“.

Wenige Schritte weiter, am Badehaus, erläuterte der Freundeskreis die Symbolik der hier wie auch am Ober-Röder Rathaus stehenden Portale, die dem verbindenden Lächeln gewidmet sind. An den fünf Wegweisern des „Repräsentanten“ mussten die Teilnehmer bei einem Quiz Rödermark-Wissen beweisen. Fragen wie „Wo steht das Symbol für den 50. Breitengrad“ etwa oder „Wo lebte der einzige Büchner-Preisträger Rödermarks“ waren für die gewieften Spaziergänger ein Leichtes.

Mit Gitarren und Gesang wurde die Gruppe schon an der Weidenkirche erwartet, wo Jane Maxwell und Hélène Orantes die von Gisela Hahn gelesene Legende von der Trauerweide begleiteten und einen ganz eigenen Zauber in das luftige Gotteshaus brachten. Thomas Ruhl erklärte seine Skulptur „Der blinde Bildstock“, der immer wieder durch seine fehlende Darstellung in der Mitte verwundert: „Alle Gesichter sind Gottes Gesichter, drum hat er keines“ – mancher Passant sieht den Bildstock nun sicher mit anderen Augen.

Musikalisch wurde die Gruppe auch vor der Trinkbornschule erwartet, wo Lou Heinrich ihre kunterbunte „Stuhlriesin“ erläuterte, von Irmtraud Busch mit dem „Riesenspielzeug“ literarisch begleitet, und wo Reinhold Franz mit einem Schüler am Saxofon die Spaziergänger zum „Forellenlied“ einlud – standen sie doch an der großen und fröhlichen Skulptur der „Plaudernden Fische“.

Mit den Worten von Christian Morgensterns „Wenn es Winter wird“ im Ohr, endete der gemächliche Spaziergang am Rathausplatz, wo nach dem Gang durch das zweite Portal am „Knochen“, dessen eigentliche Historie erläutert und von Dr. Joachim Schick mit Rilkes „Römischer Fontäne“ literarisch abgerundet wurde.

Quelle: op-online.de

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