Werkstätten bauen Standort Rödermark aus

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Die Arbeitsplätze der Werkstättenmitarbeiter ziehen auf dem Jado-Gelände bald um.

Ober-Roden (bp) - Die Werkstätten im Hainbachtal GmbH zieht auf dem früheren Jado-Gelände um. Seit drei Jahren produzieren die Werkstätten dort in einer ehemaligen Lagerhalle.

Jetzt wurde der Mietvertrag für ein dreigeschossiges Gebäude unweit dieser Halle unmittelbar am Rödermarkring für 25 Jahre unterschrieben. An der Stirnseite des gelb gestrichenen Industriebaus prangt noch der stolze Firmenname des einst bedeutenden Rödermärker Arbeitgebers Jado.

Bis die etwa 130 Werkstättenmitarbeiter umziehen können, wird noch einige Zeit vergehen. Denn das neue Domizil muss kräftig umgebaut werden. Um dem Brandschutz zu genügen, lässt der Vermieter an der Stirnseite auf seine Kosten zwei Treppenhäuser errichten; eines mit Fahrstuhl, eines ohne. Ein überdachter Weg führt von dort zu einem Neubau mit Küche und Speisesaal der Werkstätten. Auch diese Liegenschaft baut der Vermieter. Die Werkstätten werden umliegenden Firmen die Kantine als Mitnutzer anbieten.

Meist montieren die Mitarbeiter der Werkstätten im Hainbachtal gGmBh Kleinteile für große Firmen.

Der alte Industriebau ist energetisch nicht auf dem aktuellen Stand. Hier besteht Nachbesserungsbedarf. Das gilt ebenso fürs derzeit triste Außengelände. „Hier suchen wir eine Firma, vielleicht einen Gartenbaubetrieb, der uns nicht mit einer Bar-Spende unterstützt, sondern den Außenbereich herrichtet“, formuliert Werkstättensprecher Rudi Schell eine Bitte.

Die Werkstätten arbeiten in einer ehemaligen Werkshalle des früheren Armaturenherstellers Jado mit zurzeit etwa 130 Mitarbeitern als Zulieferer für namhafte Firmen. Dazu gehören: Karl Mayer Textilmaschinenfabrik (Obertshausen), die Ober-Röder Firma Winkelmann, manroland aus Offenbach, GKN und Dematic aus Bieber-Waldhof, Flex Link (Offenbach) und die Lufthansa Servicegesellschaft LSG. Die Behinderten montieren Maschinenfüße, sensible Rechnerkarten, Andruckrollen und Auflagengummis. Für die LSG stellen sie Info-Mappen zusammen, die Flugpassagiere stets in den Rücklehnen der Vordersitze finden - Spucktüte inbegriffen.

In Kooperation mit dem Behindertenwerk Main-Kinzig entstehen in den Werkstätten überdies verleimte und getackerte Holzrahmen für Bienenstöcke. Deren Einzelteile werden vor der Montage in der eigenen Schreinerei auf Maß geschnitten.

Lange Vorgeschichte

Der Umzug auf dem Jado-Gelände hat eine lange Vorgeschichte. Die ständig steigende Zahl der zu betreuenden Werkstattmitarbeiter veranlasste die ursprünglich nur in Offenbach ansässigen Werkstätten Hainbachtal gemeinnützige GmbH weitere Standorte zu suchen. Das vor mittlerweile sieben Jahren gefundene Anwesen in Dietzenbach reichte dazu jedoch nicht aus. Als dann vor drei Jahren weitere Produktionsgruppen das Offenbacher Hainbachtal in Richtung Rödermark verließen, war bereits klar, dass die dort bezogene Werkshalle auf dem ehemaligen Jado-Gelände nur befristet genutzt wird.

Dieses Provisorium soll im Spätsommer mit dem Umzug ein Ende haben. Ute Kellner-Heister und Hans Jürgen Best, die beiden Geschäftsführer der Werkstätten Hainbachtal, hoffen nun, dass eine zügige Bearbeitung der Bauanträge erfolgt, der Investor zeitnah die Baumaßnahmen beauftragt und somit der enge Zeitrahmen für das ehrgeizige Projekt auch eingehalten werden kann.

Quelle: op-online.de

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