Widerstand gegen Gewerbegebiet

Ober-Roden - (lö) Mehr als 60 Zuhörer waren zur Informationsveranstaltung der Anderen Liste (AL) über das von CDU und FDP geplante zehn Hektar große Gewerbegebiet westlich der Marienstraße gekommen. Nach Ansicht der AL entspricht ein reines Gewerbegebiet in diesem Teil Ober-Rodens „keinesfalls der Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung“.

Darüber hinaus stellte die AL grundsätzlich die Notwendigkeit eines zusätzlichen Gewerbegebietes in Frage, weil noch viele Flächen in den bestehenden Gewerbegebieten brach liegen, die erst einmal intelligent vermarktet werden sollten. Außerdem sind weitere Gewerbegebiete im Baugebiet „Rennwiesen“ und „Hainchesbuckel“ in der Erschließung.

„Die Betroffenheit der Menschen ist groß“, stellte AL-Vorsitzender Eckhard von der Lühe nach der Veranstaltung fest. Er geht davon aus, dass sich gegen Gewerbeflächen westlichen der Marienstraße erheblicher Widerstand der potenziellen Nachbarn regen wird.

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Kein Mangel an Flächen für das Gewerbe

Der Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes wurde am Mittwoch von der Verbandskammer des Planungsverbandes Frankfurt Rhein/Main verabschiedet - mit dem Gewerbegebiet. Im Frühsommer erfolgt nach Angaben der AL die Offenlegung, bei der Bürger die Möglichkeit haben, Anregungen und Bedenken zu äußern. Rechtskraft soll der neue Flächennutzungsplan 2011 erlangen.

Stefan Gerl, der Vorsitzende der AL-Fraktion im Stadtparlament, verwies derweil auf ein weiteres Dokument, das ein Gewerbegebiet dort ausschließe: Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte im September 2007 in einer Stellungnahme zum Entwurf des Flächennutzungsplanes festgestellt: „Die westlich von Ober-Roden geplanten Wohnbau- und Gewerbeflächen überlagern im Westen große Feuchtwiesen und sonstige erhaltenswerte Strukturen (...). Eine Erhaltung der schützenswerten Lebensräume und entsprechende erhebliche Reduzierung der Bauflächen im Westen ist aus naturschutzfachlicher Sicht erforderlich.“ Daraufhin sei das Wohngebiet reduziert und näher an den Ortsrand gerückt worden. Das sei, so Gerl, die heute gültige Beschlusslage.

Quelle: op-online.de

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