Coronavirus

Corona-Impfchaos – Rentner aus Rödermark erhält überflüssigen Impftermin

Sie werden wohl nie Freunde: Kurt Krummholz und die deutsche Medizinbürokratie. 2019 wollte er nach dem Tod einer Bekannten Stoma-Beutel zurückgeben – vergebens. Jetzt hat der 87-Jährige einen Corona-Impftermin übrig.
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Sie werden wohl nie Freunde: Kurt Krummholz und die deutsche Medizinbürokratie. 2019 wollte er nach dem Tod einer Bekannten Stoma-Beutel zurückgeben – vergebens. Jetzt hat der 87-Jährige einen Corona-Impftermin übrig.

Die einen bekommen gar keine Impfangebote gegen das Coronavirus, die anderen sogar zu viele. So wie Kurt Krummholz aus Rödermark, der einen überflüssigen Termin wieder loswerden will.

Rödermark - Kurt Krummholz befürchtete zwischenzeitlich, vor lauter Zugangscodes und Daten den Überblick zu verlieren. Der ehemalige Urberacher Schiedsmann hatte sich Anfang Februar für eine Impfung angemeldet. Er tat`s über die Telefonnummer 0611 50592888. Weil keine Antwort kam, hakte er am 20. März nach. Er sei noch nicht einmal registriert, hieß es aus dem Callcenter. Im Klartext: Krummholz erste Anmeldung war im Nirgendwo versandet. Dank seines Nachhakens erhielt er jetzt einen Zugangscode und die Zusicherung, dass die schriftliche Bestätigung folgt.

Die lag am 25. März tatsächlich im Briefkasten – inklusive eines Termins, aber mit einem neuen Zugangscode. Als wäre das Durcheinander nicht schon groß genug, erhielt Kurt Krummholz Anfang dieser Woche Code Nummer drei und Termin Nummer zwei.

Rödermark im Kreis Offenbach – Überflüssigen Impftermin gegen Corona wieder abgeben

Den will er natürlich weitergeben; schließlich warten mehr als genug Angehörige der Prioritätengruppe 2 auf die Impfung. Kurt Krummholz weiß nur noch nicht, wie. Der 87-Jährige bekommt am Ostersonntag in Heusenstamm seine erste Spritze. Dort will er den überzähligen Termin streichen lassen. Er ist gespannt...

Zur deutschen Medizinbürokratie hat Kurt Krummholz schon lange ein gestörtes Verhältnis. Ende 2019 wollte er Stoma-Beutel aus dem Nachlass einer Bekannten zurück ins Gesundheitssystem geben. Die 16 Pakete waren fast 1 100 Euro wert. Aber die Krankenkasse verweigerte die Annahme. Nach einem Bericht unserer Zeitung meldete sich eine Frau aus Dreieich bei ihm. Sie betreut Patienten mit künstlichem Darmausgang und konnte die original verpackten Beutel gut gebrauchen. (Michael Löw)

Im Februar 2021 sind in Rödermark 13 demente Bewohner des Franziskushauses gegen Corona geimpft worden, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe waren.

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