Wieviel Kultur kann Stadt sich leisten?

Rödermark ‐ Wieviel Kultur kann sich eine Stadt leisten, deren Haushalt rund zehn Millionen Euro Miese macht? In Rödermark ist eine Kostendebatte um das städtische Theaterprogramm in der Kulturhalle entbrannt. Von Michael Löw

Kämmerer Alexander Sturm (CDU) hat die Kritik von Kulturhallen-Spielleiter Dietmar Schrod zurückgewiesen, er rechne das städtische Theaterprogramm künstlich teuer. Die Diskussion zeigt unterschiedliche Berechnungsgrundlagen und unterschiedliche Ansichten kommunaler Kulturförderung.

E Kultur wird unbezahlbar: Im Fachbereich Kultur gibt es nach Auskunft des Kämmerers zwei Zahlenblöcke: die städtischen Veranstaltungen und die Halle selbst. Für Leasing, Betriebskosten und Abschreibung der Ausstattung zahlt die Stadt jährlich rund 1,65 Millionen Euro, dazu kommen 400.000 Euro fürs Personal. Die Aufteilung bestimmt der Fachbereich. Und der hat laut Sturm im Jahr 2009 rund die Hälfte der Gebäudekosten aufs städtische Theaterprogramm umgelegt. Der Fachbereich selbst errechnete 2009 einen Fehlbetrag von gut 1,4 Millionen Euro. Die dividiert Sturm durch die Zuschauerzahl und kommt auf 131 Euro Zuschuss pro Karte. Auch wenn er die Gebäudekosten komplett außen vor lasse, verursache das städtische Theaterprogramm jährlich 308.000 Euro Defizit und rund 28 Euro Miese je Karte, sagt Sturm.

  • Kultur gehört zur Daseinsvorsorge: Spielleiter Schrod und Fachbereichsleiter Gregor Wade rechnen nur die Künstlergagen und direkte Nebenkosten (170 924 Euro) und die Einnahmen aus dem Kartenverkauf (160 880 Euro) gegeneinander auf. Dann bleibe ein Deckungslücke von 10 044 Euro im Jahr oder 1,40 Euro pro Karte. Wade kündigte jüngst im Sozialausschuss an, dass der Fachbereich die Aufteilung der Kosten Anfang nächsten Jahres neu kalkulieren will.

Quelle: op-online.de

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