„Will mich wieder so richtig einmischen!“

Hans Gensert kehrt an Spitze der FDP Rödermark zurück

Rödermark - Die FDP hat einen neuen Vorsitzenden, der so neu doch nicht ist. Hans Gensert stand bis vor zehn Jahren schon einmal an der Spitze der Rödermärker Liberalen. Dann machte er zunächst Andreas Köhler und der wiederum dem Fraktionsvorsitzenden Tobias Kruger Platz.

Der neue Vorsitzende Hans Gensert führte die FDP vor zehn Jahren schon einmal. 

Jetzt gab’s die nächste Rochade in der FDP-Führung. „Wir wollen die Arbeit auf mehr Schultern verteilen und uns breiter aufstellen“, erklärt Hans Gensert, warum er Nachfolger seines Nachfolgers wird. Und er will sich wieder „so richtig“ in die Politik einmischen. Der 53-Jährige ist als ehrenamtlicher Stadtrat Mitglied der Rödermark-Regierung und damit an allen politischen Entscheidungen beteiligt. Magistratswissen muss er für sich behalten, doch als Parteivorsitzender muss er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten. Ein Schlüsselerlebnis, so Hans Gensert, sei im Sommer die Diskussion um das Gewerbegebiet „Hainchesbuckel“ und der Streit um das Urberacher Recyclingunternehmen Rügemer gewesen. Einzig die FDP habe im Gespräch mit Rügemer eine Lösung gesucht; alle übrigen Parteien würden die Zukunft der Firma riskieren.

Das Gespräch suchen: So definiert Gensert seine Art von Parteipolitik. Die FDP will und soll zuhören. In diese Forderung bezieht der Vorsitzende auch unbequeme Gruppen wie den städtischen Personalrat ein. Die Liberalen verlangen in fast allen Haushaltsdebatten ja gerne eine abgespeckte Verwaltung. Doch Hans Gensert hat mittlerweile erkannt, dass das Bauamt unterbesetzt ist und deshalb den von allen Parteien geforderten Rödermark-Plan nur langsam umsetzen kann.

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Hans Gensert möchte die FDP Rödermark wieder dorthin zurückblicken, wo sie am Ende seiner ersten Zeit als Vorsitzender war. „Damals hatten wir 45 Mitglieder und bei Bundes- oder Landtagswahlen ein Potenzial von fast 20 Prozent“, gibt er als Ziel vor. In Waldacker klebten sogar bekennende Genossen FDP-Plakate. Das müssen die verbliebenen 20 FDP-Mitglieder alleine tun - die FDP schrumpfte seit 2010 nicht nur auf Bundes- und Landes, sondern auch auf kommunaler Ebene.

Hans Gensert und Tobias Kruger betonen die „geordnete und harmonische Übergabe des Vorsitzes“. Die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz sei allgemein üblich. Zudem ist Kruger seit 2016 Kreistagsabgeordneter, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Kreisgeschäftsführer. Im Juni dieses Jahres wurde er Vorsitzender des Landesfachausschusses „Medien und Digitalisierung“. In dieser Funktion rückt Kruger automatisch in die Programmkommission der Hessen-FDP und arbeitet an den Leitlinien für die Landtagswahl 2018 mit. Das beschert ihm Termine in Wiesbaden und hie und da sogar Dienstreisen an den Neckar oder ins Upland.

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Den Fraktionsvorsitz in der Rödermärker Stadtverordnetenversammlung behält Tobias Kruger. Und da hat er zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Rüdiger Werner in den nächsten Wochen einiges zu tun. Stephan Menzel und Christian-David Bombelka haben angekündigt, ihre Mandate zum 31. Dezember niederzulegen. Beide stehen vor neuen beruflichen Aufgaben. Nachrücker sind Valeska Donners und Klaus Hartmann. J  lö

Quelle: op-online.de

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