SPD will Ortsdurchfahrt entlasten

Ober-Roden ‐ Freiluftgastronomie am verschönerten Marktplatz und Abgasschwaden aus dem Schrankenrückstau vertragen sich nicht. Deshalb fordert die SPD, unterstützt von ihrem Kooperationspartner CDU, ein Verkehrskonzept für Ober-Rodens Mitte. Von Michael Löw

Das Wort „Bahnunterführung“, mit dem die SPD seit den neunziger Jahren die Verkehrsprobleme lösen wollte, taucht darin nicht auf.

„Aus unserer Sicht ist es zwingend erforderlich, dass das Straßennetz neu organisiert und klassifiziert wird“, nennt Fraktionsgeschäftsführerin Liane Burkhard den neuen Schwerpunkt. Mit Anliegern und Gewerbetreibenden will die SPD Verkehrswege und die Wahl des Verkehrsmittels optimieren.

Fraktionsvorsitzender Armin Lauer möchte dabei mit einer Hochschule zusammenarbeiten, die sich auf Verkehrsfragen spezialisiert hat. Eine intelligente Ampelsteuerung auf dem Rödermarkring mit „grüner Welle“ muss nach Ansicht Lauers ebenso geprüft werden wie Alternativen zur momentanen Verkehrsführung. Lauer könnte sich zum Beispiel vorstellen, mehr Autos, die innerhalb Ober-Rodens unterwegs sind, über die Odenwaldstraße zu leiten. Das nehme den Druck von der Frankfurter und der Dieburger Straße - und damit vom Bahnübergang.

Schranken bleiben das größte Hindernis

Die Schranken bleiben das größte Hindernis zwischen Triftbrücke und Kipferl-Kreuzung, befürchten Lauer und Burkhard. Selbst kürzere Schließzeiten würden die Situation nicht wesentlich verbessern, habe eine Untersuchung gezeigt. Lauer: „Es kann doch nicht sein, dass in Folge der Rückstaus die Lärm- und Abgasbelastung so hoch ist, dass Einkaufen und Wohnen im Ortskern schlicht keinen Spaß mehr machen!“ Das konterkariere alle Bemühungen, Ober-Roden aufzuwerten.

Die SPD macht sich schon Gedanken über die Zeit nach dem Umbau der Frankfurter Straße zwischen Markt- und Kirchplatz, Anwohner und Ordnungsamt streiten derweil über das Parken während der nächsten Monate.

Dieter Mühling aus der Enggasse hatte sich über die großräumigen Halteverbote im Zentrum beklagt und Parkausweise für Anwohner gefordert. Hausbesitzer und Mieter hätten keinen Anspruch auf Parkplätze an öffentlichen Straße, hielt Stephan Brockmann, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes dagegen. Es sei deren Pflicht, für Parkraum auf den Grundstücken zu sorgen, der „aus Bequemlichkeitsgründen“ aber oft anders genutzt werde. Parkausweise für Anwohner, so Brockmann weiter, seien rechtswidrig, weil sie die Kunden der Geschäfte oder deren Beschäftigte benachteiligten.

Das wiederum lässt Mühling nicht gelten: Hausbesitzer im alten Ortskern hätten meist nicht die Möglichkeit, zwei oder drei Stellplätze auf ihren Grundstücken auszu weisen. Das funktioniere nur in Neubaugebieten.

Quelle: op-online.de

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