Experiment „gescheitert“

FDP will Stadtbus ausbremsen

Rödermark - Die FDP-Fraktion fordert vom Magistrat, den Stadtbus „möglichst vorzeitig“ vor dem Ende des Probebetriebs im Dezember 2014 abzuschaffen und Alternativen für den Schülertransport zu finden. Der Bus fährt seit 6. August 2012.

Im Sommer soll über die Zukunft des Projekts entschieden werden. Zu spät, sagt die FDP. Die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) betreibt die Linie im Auftrag der Stadt Rödermark. Das kostet die Stadt jährlich bis zu 90 000 Euro Zuschuss. KVG-Geschäftsführer Andreas Maatz sieht derzeit noch keinen Grund, die Notbremse zu ziehen. Auch müssten die bestehenden Verträge eingehalten werden.

Überdies sei es „normal“, dass eine neue Buslinie „ein bis zwei Jahre Eingewöhnungszeit“ brauche. Der Stadtbus erfreue sich jetzt langsam „kontinuierlich steigender Fahrgeldeinnahmen“. Zahlen konnte Maatz nicht nennen. „In Kürze“ würden aber in den Bussen automatische Fahrgastzählsysteme eingebaut. Die KVG möchte „in diesem Frühjahr“ mit den Gremien der Stadt eventuelle Anpassungen im Linienverlauf beraten und ein erstes Fazit ziehen.

Bus sei herausgeschmissenes Geld

Der Bus ist aus Sicht der FDP herausgeschmissenes Geld. Die Linie habe sich „zum Gespött der Bürger entwickelt“, da sie außerhalb der Schulzeiten „so gut wie gar nicht angenommen“ werde, schreibt die FDP in einer Pressemitteilung. Es würden Steuergelder für den Transport von Luft verschwendet.

Die Liberalen hatten im Parlament als einzige Fraktion im Mai 2012 der Einführung des Stadtbusses nicht zugestimmt. „Wir haben damals schon den Bedarf nicht gesehen“, erinnert Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger. „Außerdem erschienen uns die Argumente der Kreisverkehrsgesellschaft nicht überzeugend, dass Rödermark für eine eindeutige Kreisaufgabe (Schülertransport) derart hohe Summen zahlen sollte.“

Nur wenige Bürger nutzen das Angebot

Nun habe sich herausgestellt, dass das Angebot „durch noch weniger Bürger genutzt wird, als selbst die größten Pessimisten es befürchtet haben“. Gerade in Bezug auf das jetzt verabschiedete Sparpaket mit erheblichen Auswirkungen auf alle Bürger müsse „die Geldvernichtung durch den Stadtbus möglichst schnell aufhören“, fordert Fraktionskollege Dr. Rüdiger Werner. „Das Experiment Stadtbus kann schon heute als gescheitert angesehen werden. Für diese Feststellung sollte man nicht bis zum Sommer warten. Eine Fortführung in dieser Form ist weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten.“ 

Das ärgert Autofahrer auf der Landstraße

Das nervt auf der Landstraße am meisten

bp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare