Willkommene Sternsinger

+
Erfreut reagierten die Sternsinger, wenn wie bei Kirchenchormitglied Mechthilde Zöller (links) die besuchten Bürger gleich kräftig mitsangen (im Bild von rechts: Julia Murmann, Sarah Wilhelm, Gina Broll, Jessica Wilhelm).

Rödermark (chz) ‐ Die kleinsten der Könige, die am Freitag und am Samstag durch Rödermark zogen, waren kaum größer als die Schneewehen an den Straßenrändern.

Doch unter ihren schillernden bunten Gewändern waren sie bei der winterlichen Kälte dick eingepackt und stapften mutig und singend durch die weiße Pracht zum Wohle jener Kinder, denen es nicht so gut geht wie allen Kindern hierzulande.

In diesem Jahr sammelten sie unter dem Leitwort „Kinder finden neue Wege“ vorrangig für das Land Senegal und wollten deutlich machen, dass gerade Kinder in Entwicklungsländern vor großen Schwierigkeiten stehen, wenn sie für ihre Zukunft sorgen wollen. Insgesamt können Kinder in gut 100 Ländern mit den Mitteln dieser Aktion unterstützt werden.

In Ober-Roden besuchten die kleinen Könige mit ihren funkelnden Kronen am Freitag das Rathaus, die Kindergärten und das Altenpflegeheim Morija und am Samstag ab 9 Uhr im Neuschnee all jene Menschen in Ober-Roden, Messenhausen und Waldacker, die um den Segensgruß an ihrer Tür gebeten hatten. Dort wissen sie, dass sie da, wo sie klingeln, auch willkommen sind.

Gut vorbereitet hatte das Ehepaar Sibylle und Wolfgang Eder schon auf die Sternsinger gewartet: nach dem Lied gabs eine großzügige Spende in die Kasse und einen Beutel Süßigkeiten in den Wagen.

Im Voraus hatten rund 250 Menschen bei Organisatorin Wilma Gotta um den Besuch gebeten - mehr ist in der kurzen Zeit auch von den 35 Kindern und 16 Betreuern in acht Gruppen wirklich nicht zu leisten. Mittags wurden die Sängerinnen und Sänger, die meist einen glänzend schwarz geschminkten König in ihren Reihen hatten, ebenso wie in Urberach bei Privatfamilien verköstigt, konnten sich aufwärmen oder wurden auch noch mal schnell nachgeschminkt, ehe es wieder in die Kälte hinaus ging.

In Urberach liefen die Sternsinger am Freitag und am Samstag durch die Straßen und brachten ihren Segen auch ohne Voranmeldung. Dies führt natürlich so manches Mal zu Enttäuschungen: mal sind die Bewohner nicht zu Hause, mal öffnet sich die Tür bewusst nicht, mal klappt ein Fenster auf und die Bewohnerin entschuldigt sich, dass sie gerade in der Dusche ist - auch das gilt es auszuhalten.

Dank mit Obst oder Süßem

Kommen die Sternsinger an einer Tür vorbei, auf der vom Vorjahr schon ein Segen zu erkennen ist, so ändern sie es mit dem neuen Jahrgang ab. Oft treffen sie aber auch auf gut vorbereitete Bewohner, die schon mit dem Besuch gerechnet haben, freundlich dem Gesang lauschen und sich danach mit einer Spende oder mit Obst oder Süßem bei den Jugendlichen bedanken.

Im Dekanat sind wir wohl die Einzigen und auch propsteiweit eine der wenigen Gruppen, die noch von Haustür zu Haustür wandern wie ursprünglich gedacht. Von der zentralen Stelle in Aachen sind wir dafür auch schon gelobt worden“, freut sich Thomas Weber, einer der Organisatoren. Er ist stolz darauf, das Sternsingen auf diese Weise auch in evangelische Häuser zu bringen - etwa zu Herbert Schäfer, der diesen Brauch lange Zeit nicht kannte und jetzt froh ist, dadurch auch mit einbezogen zu werden: „Wenn sie nicht kämen, würde mir etwas fehlen!“ Darum ist sich Thomas Weber sicher: „So lange ich das noch machen kann, werden wir daran auch nichts ändern.“

Am gestrigen Sonntag ging die 52. Sternsingeraktion mit den Abschlussgottesdiensten in beiden großen katholischen Kirchen zu Ende, woran sich im Forum Nazarius noch das große Abschlussessen als Dankeschön anschloss. Am heutigen Montag kommt die große Spendenbilanz auf den Tisch.

Quelle: op-online.de

Kommentare