Windräder in der Einflugschneise?

Rödermark (lö) - Der Magistrat soll prüfen, ob und wo in Rödermark Windräder Strom erzeugen können, mit dem die Stadt Geld verdienen kann. An der Suche nach Standorten sollen die Bürger beteiligt werden.

Diesen SPD-Antrag, den die CDU/AL-Koalition minimal modifizierte, hat die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag einstimmig beschlossen.

Obwohl der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Junge kein Wort über die ursprünglich angedachte Nabenhöhe von 140 Metern verlor, meldeten CDU, FDP und Freie Wähler Bedenken an. Für Michael Gensert, den Vorsitzenden der CDU-Fraktion, ist das Landschaftsbild in Rödermark „vorbelastet“ - sprich: Das RWE-Umspannwerk und die unzähligen Hochspannungsmasten sind keine Zierde für die Gemarkung.

„Rödermark ist kein Standort, der nach Windkraft schreit“, sagte Tobias Kruger (FDP). Seine Fraktion setze auf „Verbundlösungen“, will den Windstrom also lieber im Odenwald oder Taunus erzeugen. Kruger hielt seiner früheren Partei einen Flyer aus dem Kommunalwahlkampf 2006 vor: Da habe die CDU massiv gegen eine „Verspargelung der Landschaft“ geschimpft.

CDU: Keine Verspargelung der Landschaft

Peter Schröder (Freie Wähler) schloss die Bulau als Standort aus. Sie liege innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius um die große Wetterstation in Offenthal. Und da dürfen nach seinen Recherchen beim Deutschen Wetterdienst keine Windräder gebaut werden. Für die Freien Wähler bliebe in der Rödermärker Gemarkung dann nur noch der Wald zwischen Waldacker und Nieder-Roden übrig.

Gerhard Schickel von der AL führte ein Argument ins Feld, das die Rödermärker am ehesten von den ungeliebten Rotoren überzeugen könnte: Windkraftanlagen hätten vielleicht Auswirkungen auf den Flugverkehr von und nach Egelsbach.

Als zweiten lokalen Beitrag zur Energiewende beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Koalitionsantrag zur Gründung einer Energiegenossenschaft. Sie soll Solaranlagen auf den Dächern städtischer Gebäude betreiben.

Quelle: op-online.de

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