Warten auf den Schnee

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Schnee und Eis lassen auf sich warten. Doch die Betriebshofmitarbeiter haben ihre Fahrzeuge schon startklar gemacht.

Ober-Roden (lö) - Gegensätzlicher kann der hessische Winter kaum sein: Voriges Jahr um diese Zeit war das Salzsilo des städtischen Betriebshofs so gut wie leer, und die Mitarbeiter schoben nicht nur massenhaft Schnee weg, sondern auch einen Berg von Überstunden vor sich her.

Der Winterdienst 2011/2012 bestand bisher nur aus Maschinenwartung und Diensteinteilung. Franz-Werner Münch, der Leiter des Betriebshofs, ist darüber nicht böse: „Von mir aus kann das Schmuddelwetter wie angekündigt bis Weihnachten dauern. “.

Trotzdem stehen 25 Männer und Frauen Schneeschieber bei Fuß. Viel Winterdienst kann nur in Handarbeit erledigt werden. Der städtische Fuhrpark besteht aus einem Unimog, einem Lkw, einem Multicar, einem Kleintransporter und vier Mini-Traktoren, die vielfältig einsetzbar sind. Münch und sein Stellvertreter Matthias Weber weisen derzeit die Betriebshofmitarbeiter ein, wie das Schneeräumschild gesteuert wird.

Der Betriebshof räumt und streut nach einem Plan, den der Magistrat voriges Jahr überarbeitet hat. „Wir sind verpflichtet, den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten“, beschreibt Weber die wichtigste Vorgabe. Zuerst sind Hauptstraße, Bushaltestellen, Bahnhöfe und andere viel benutzte öffentliche Flächen an der Reihe. Dann folgen wichtige innerörtliche Verbindungsstraßen. Wohngebiete gehören nicht dazu - auch wenn die Leute dort noch so schimpfen, weil sie in der angeblich wichtigsten Straße von ganz Rödermark leben.

Insgesamt 272.000 Quadratmeter Fläche zu räumen

Auch in den Straßen, in denen geräumt wird, ist Ärger vorprogrammiert. Bürger räumen Hof und Gehweg, indem sie den Schnee auf die Straße schippen, der städtische Schneepflug schiebt den ganzen Dreck dann wieder zurück vor die Einfahrt.

Ein Griff - und das Salz rieselt zentnerweise in die Streufahrzeuge. Doch bisher hatten Betriebshofleiter Franz-Werner Münch und seine Leute salz- und stressfreie Wintertage.

80 Tonnen Splitt und 180 Tonnen Salz hat der Betriebshof eingelagert. Zum Vergleich: Bis zum schneereichen Jahreswechsel 2010/2011 hatte der Winterdienst schon 200 Tonnen verbraucht; Nachschub war in Rödermark so knapp wie im ganzen Land. Erst im März kam eine sündhaft teure Lieferung aus Chile. Diesen Winter soll’s besser werden. Münch: „Die Lieferanten haben versprochen, dass es keine Engpässe gibt!“
Die 25 städtischen Winterdienstler haben nach einem festen Plan Bereitschaft und müssen bei Schnee und Eis früh morgens bei ihren Fahrzeugen sein. Fällt der Schnee in rauhen Mengen wie voriges Jahr zu Weihnachten, müssen alle ran. Dann dürfen die Leute vom Betriebshof zur Festtagsgans statt Wein auch nur Wasser trinken. Im Räumplan stehen übrigens 272.000 Quadratmeter Fläche. Wieviel Schnee die Betriebshofmitarbeiter auf die Schippe nehmen, mag folgendes Rechenbeispiel mit zehn Zentimetern weißer Pracht verdeutlichen: Würde der Winterdienst das alles auf ein großzügig bemessenes Wohngrundstück von 500 Quadratmetern schaufeln, türmten sie dort einen 54 Meter hohen Würfel auf.

Quelle: op-online.de

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