Wintergast in der Rodau-Schleife

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Man mag‘s kaum glauben, doch dieses Bild wurde tatsächlich in Rödermark aufgenommen. Beim Winterspaziergang entdeckte Jörg Frerich ein Eisvogel-Pärchen am renaturierten Teil der Rodau.

Rödermark ‐ Jörg Frerich traute seinen Augen nicht: Beim Spaziergang entlang der Rodau schossen doch tatsächlich zwei blau-orange schillernde Eisvögel den Bach entlang. Von Michael Löw

Frerich, seit Jahren ein begeisterter Fotograf, hatte auch an diesem Tag die Kamera dabei: „Die Vögel kamen mir dann mit viel Glück mehrmals vor die Linse. Ich habe mich nach ein paar Aufnahmen zurückgezogen, um die Vögel nicht weiter zu stören“, sagte er und freute sich: „So trivial können schöne Momente sein.“ Jörg Frerich vermutet, dass die Renaturierung der Rodau das Eisvogel-Pärchen angelockt hat. In der Tat ist das neue Bachbett nicht ganz unschuldig an Frerichs Fotografen-Glück, bestätigte Werner Weber vom Naturschutzbund (NABU). Seit die Rodau in weiten Schleifen durch die Wiesen zwischen Badehaus und Rödermarkring fließt, sieht der aufmerksame Beobachter, was ihm der tief eingeschnittene, enge Bachlauf bisher verborgen hat.

Eisvögel bei Anglern nicht sonderlich beliebt

Werner Weber: „Seit über 20 Jahren kommen während des Winters drei Eisvögel hier an die Rodau. Sie bleiben meist bis Mitte März und ziehen dann weiter zu Gewässern mit mehr Nahrung. Nur dort können sie brüten.“ Eisvögel fressen Wasserinsekten, Kaulquappen, Kleinkrebse und kleine Fische und sind deshalb bei Anglern nicht sonderlich beliebt.

Für die Jagd benötigen sie allerdings einen „Ansitz“ - am besten einen dicken Ast -, vom dem sie ins Wasser hineinstoßen können. Doch Bäume gibt‘s zum Leidwesen Webers an der renaturierten Rodau noch nicht.

Der Eisvogel war 1973 und 2009 Deutschlands Vogel des Jahres und ist streng geschützt.

Quelle: op-online.de

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