„Wir brauchen keine Partymeile“

Ober-Roden - (lö) Bunt wie nie war die Mehrheit, die dem Magistrat den Auftrag gab, mit der Steuerberatungsgesellschaft Con Trust endgültig über den Verkauf des Bahnhofs Ober-Roden zu verhandeln.

14 Stadtverordnete der CDU, acht der SPD und sieben der AL stimmten dafür, vier der AL und Sven Sulzmann (CDU) dagegen. Drei Christdemokraten und Siegbert Klemen (AL) enthielten sich. Die FDP nahm aus Protest nicht an der Abstimmung teil. Mona Reusch (CDU) hatte den Saal routinemäßig verlassen, weil ihr Mann Geschäftsführer von Con Trust ist.

Liberale warnen vor „Schnellschuss“

Mit einem Geschäftsordnungsantrag hatte die FDP eine hitzige Debatte eröffnet. Die Liberalen warnten vor einem „Schnellschuss“ und wollten die Entscheidung in die Dezember-Sitzung verschieben: Noch wisse niemand auch nur ansatzweise, was die Umgestaltung des Platzes vor dem Bahnhof kostet. Fraktionsvorsitzender Hans Gensert kritisierte, dass die Stadt von Con Trust 12 Parkplätze zu wenig und von der Fitnesskette Killer-Sports 26 zu viel fordere. Unterstützung erhielt er lediglich von Karl Schäfer (AL): Von einem Sportstudio hätten mehr Bürger etwas als von einem Steuerbüro.

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Bürgermeister Roland Kern und Karin von der Lühe (AL), Dieter Rebel (CDU) und Armin Lauer (SPD) gaben Contra. Con Trust habe ein solideres und nachhaltigeres Konzept präsentiert, das die Investoren auch zügig umsetzen wollten. Ein Fitness-Club verschärfe den Parkplatzmangel in Ober-Roden.

Partymeile und Promi-Schlagzeilen unerwünscht

„Wir brauchen keine Partymeile und keine Promi-Schlagzeilen“, meinte Lauer mit Blick auf Michael Prinz von Anhalt, den Besitzer von Killer-Sports. Die „Hyperaktivität“, mit der sich die FDP ihr Stadtverordneter Manfred Rädlein, der auch Vorsitzender des Gewerbevereins ist, für den Prinzen eingesetzt habe, sei „kontraproduktiv“ gewesen.

Lauer wies als einziger Redner darauf hin, dass das Bahnhofsgeschäft de facto eine Subvention für jeden potenziellen Investor sei. Doch wenn die Stadt das schon tue, solle sie wenigstens ein Unternehmen unterstützen, das in Rödermark schon Arbeitsplätze geschaffen und Steuern bezahlt habe.

Quelle: op-online.de

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