Bürgermeister-Wahl entscheidet sich am 19. Februar

Kern und Helfmann in der Stichwahl

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Sie gehen am 19. Februar in die Stichwahl: Carsten Helfmann (links) und Bürgermeister Roland Kern (rechts).

Rödermark - Die Bürgermeisterwahl ging gestern Abend ohne Sieger aus. Keiner der vier Kandidaten konnte die Mehrheit erringen. Amtsinhaber Roland Kern (Andere Liste/Die Grünen) und Carsten Helfmann (CDU) gehen nun am Sonntag, 19. Februar, in die Stichwahl. Kern erreichte 43,3 Prozent, Helfmann 38,5 Prozent. Von Bernhard Pelka und Michael Löw 

Die Bürgermeisterwahl geht in die Verlängerung. Amtsinhaber Roland Kern und Carsten Helfmann, Bürgermeister in Eppertshausen, machen das Rennen am 19. Februar in der Stichwahl unter sich aus. Die Mitbewerber Samuel Diekmann (SPD) und Tobias Kruger (FDP) hatten das Nachsehen. Diekmann schaffte 15,2 Prozent, Tobias Kruger 2,9 Prozent.

Die CDU-Vorsitzende Patricia Lips wertete das Ergebnis als Erfolg. Es sei gelungen, den Amtsinhaber, der seit zwölf Jahren regiere, „in die Stichwahl zu zwingen“. Die 14 Tage Zeitgewinn seien für Carsten Helfmann ein Vorteil. „Wir haben in den letzten Wochen im Wahlkampf gespürt: Je länger Carsten Zeit hatte zu laufen und Menschen kennenzulernen, desto größer wurde der Zuspruch, den er erfahren hat“, rief sie den Gästen bei der CDU-Wahlparty im „Schützenhof“ in Urberach kämpferisch zu. Der Kandidat der Union habe „eine tolle Aufholjagd hingelegt“. Der frühere CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Steiger gab die Devise für die nächsten zwei Wochen aus: „Jeden Tag einen Prozent dazu, dann reicht’s.“

CDU-Gast im „Schützenhof“ war auch der FDP-Mitbewerber Tobias Kruger. Er sagte gegenüber unserer Zeitung, er sei natürlich von seinem schwachen Ergebnis enttäuscht. Zugleich zeigte er sich davon überzeugt, dass die 2,9 Prozent nicht das abbilden, was er erreicht habe. „Vieles von meinem Engagement steckt auch im Helfmann-Ergebnis mit drin.“ Kruger kündigte an, seine Ämter in der Kreis- und der Kommunalpolitik weiterhin wahrnehmen zu wollen. Helfmann selbst dankte seinen Anhängern und stellte zuversichtlich fest: „Die Wechselstimmung ist da.“

Genau andersrum interpretierte erwartungsgemäß Roland Kern sein Ergebnis. „Die Ausgangslage ist für mich nicht ungünstig. Die zwei Alphatiere treten noch einmal an“, kommentierte er und gratulierte Helfmann zum zweiten Platz: „Das ist ein respektables Ergebnis. Aber auch in Richtung seiner Wähler werde ich in den nächsten beiden Wochen gehen.“

Bei der Wahlparty der AL in der Kelterscheune warnte Kern vor einer schwarzen Doppelspitze im Rathaus, deshalb wolle er die „aktive Bürgergesellschaft so weiter entwickeln, dass niemand sie zurückdrehen kann“. Erreichen will er das mit dem Koalitionspartner CDU, obwohl im Bürgermeisterwahlkampf „einiges an Porzellan zerdeppert wurde“. Seine Ankündigung, im Falle eines Sieges nach nur 25 Monaten zurückzutreten, nannte der 69-Jährige gestern Abend nochmals ein „inhaltlich und sachlich richtiges Angebot“.

Für Roland Kern und Carsten Helfmann beginnt jetzt der Kampf um die Stimmen der 18 Prozent SPD- und FDP-Wähler. Die Liberalen dürften am 19. Februar für den CDU-Mann stimmen. Das zeigte Krugers Besuch im „Schützenhof“. Der FDP-Bewerber sagte dort wörtlich: „Am 19. Februar wähle ich Carsten Helfmann!“ Spannend wird"s, wie sich die 1 668 Diekmann-Wähler entscheiden. „Für die gibt es keinen Automatimus“, ist Kern sicher, dass er und Helfmann um jeden einzelnen werben müssen.

Der eigenem Bekunden zufolge „sehr enttäuschte“ Samuel Diekmann will selbst keine Wahlempfehlung aussprechen. „Das soll die Partei entscheiden“, sagte er bei der SPD-Wahlparty in der TS-Gaststätte. Bleibt noch die Frage, ob sich die Genossen an diese Empfehlung halten.

Bilder zur Bürgermeisterwahl in Rödermark

Quelle: op-online.de

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