Wirtschaftlich trotz Millionen-Defizit

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Drei Meter über dem leeren Schwimmbecken bringt Rifat Gümus das Geländer des Sprungturms wieder zum Glänzen.

Urberach ‐ Das Badehaus Rödermark arbeitet trotz eines jährlichen Defizits von rund einer Million Euro wirtschaftlich. Das bescheinigt eine Unternehmensberatung dem städtischen Schwimmbad mit integrierter Saunalandschaft, das seine Kritiker am liebsten privatisieren möchten. Von Michael Löw

Im Badehaus herrscht seit ein paar Tagen Ebbe: Das Wasser im Becken wurde abgelassen, weil nur so die jährliche Grundreinigung samt einiger Revisionsarbeiten möglich ist. Badehausleiter Simon Nothhelfer hätte die Schwimmhalle lieber im Mai, wenn weniger Besucher kommen, geschlossen. Doch weil ein Experte die Baumängel jetzt begutachtete, musste er die Arbeiten vorziehen. Am 22. Januar macht das Bad wieder auf.

94 000 zahlende Gäste kamen 2010 ins Schwimmbad. „Das war unser bisher schlechtestes Jahr“, räumt Nothhelfer ein. Dazu kommen aber noch Schulen, Vereine und Kindergärten (rund 35 000 Gäste). Verantwortlich für den Rückgang seien die um eine Stunde vorgezogene Schließung abends und höhere Eintrittspreise: Die Karte kostet seit vorigem Jahr 50 Cent mehr.

Eine Million Euro kommen von der Stadt

Rund eine Million Euro im Jahr lässt sich die Stadt (beziehungsweise die Kommunalen Betriebe, KBR) das Badehaus kosten, erläutert Kämmerer und KBR-Chef Alexander Sturm (CDU). 400 000 Euro - ungefähr das Defizit des alten Hallenbades - Grundzuschuss überweist die Stadt per anno an die KBR. Die legen den Rest drauf, 2009 waren‘s 614 000 Euro. Sauna und Wellnessbereich arbeiten laut Sturm Kosten deckend. 24 000 Gäste schwitzten 2010 im Badehaus, das entspricht einem Zuwachs von 3,5 Prozent. Beim Schwimmbad zahlt die Stadt aber kräftig drauf.

Trotz mancher Kritik sehen Sturm und Nothhelfer das Badehaus auch finanziell gut aufgestellt. Eine Unternehmensberatung verglich die Wirtschaftlichkeit von 33 kommunalen und privaten Bädern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Badehaus belegt in diesem Ranking Platz drei. Ähnlich gut schnitt es in einer Untersuchung des Bundesverbandes deutscher Bäder ab.

Quelle: op-online.de

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