Bis zu 60 Minuten kostenlos ins Internet

WLAN-Hotspot am Rathaus

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Diese „Landingpage“ öffnet sich auf Mobiltelefon oder -computer, sobald man aus den verfügbaren WLAN-Netzen „freewifi-roedermark“ gewählt und auf sein Smartphone eine SMS mit dem Zugangscode, dem „Voucher“, bekommen hat. Klingt kompliziert, ist aber selbst für digitale Laien innerhalb von Sekunden machbar.

Ober-Roden - Der Rathausplatz Ober-Roden ist Rödermarks erster öffentlicher WLAN-Hotspot. Besitzer von Smartphones, Tabletcomputern oder Laptops können sich kostenlos ins Internet einwählen, ohne - sofern überhaupt vorhanden - das eigene Datenvolumen zu verbrauchen.

Eine gut DIN A 4-Blatt große weiße Antenne auf dem Rathausdach macht das kostenlose Internet öffentlich. „freewifi-roedermark“ heißt das Netz, das für jeden zugänglich ist. Rödermarks erster WLAN-Hotspot auf einem städtischen Gebäude wird von der Firma Milde Software Solutions aus Ober-Roden betrieben. Marc Milde hat die Technik installiert, die Stadt bezahlt während des neunmonatigen Probebetriebs nur die Stromkosten.

Und wie funktioniert"s? Wer mit einem internetfähigen mobilen Endgerät - also Smartphone, Tablet oder Laptop - auf dem Rathausplatz steht, öffnet das Fenster mit den verfügbaren WLAN-Netzen, wählt „freewifi-roedermark“ an und gibt seine Handynummer ein. Sekunden später kommt der Zugangscode („Voucher“) per SMS. Den muss man nur noch eingeben, und schon ist man drin.

Beim Herunterladen sind Datenübertragungsraten von bis zu 12 Mbit/Sekunde möglich, erläutert Milde. Das ist die Geschwindigkeit, die für Heimanschlüsse als DSL 12.000 verkauft wird, also recht ordentlich. Diese Datenmenge, so Marc Milde, reicht, um im Internet zu recherchieren oder „You Tube“-Filme, nicht aber hochauflösende Filme anzuschauen. Umgekehrt - zum Beispiel um das Selfie mit dem „Knochen“ zu verschicken - sind 2 Mbit/Sekunde möglich.

Nach 60 Minuten ist Schluss. „Sonst melden die Nachbarn am Rathaus ihren DSL-Anschluss daheim ab“, sagt Peter Psotka, der Chef der städtischen IT-Abteilung. Was wie eine Schmonzette klingt, hat einen realen Hintergrund. Im „SchillerHaus“ hatte die Stadt 2016 einen eigentlich nur auf Innen beschränkten Hotspot installiert. Sozialarbeiterin Stephanie Grabs beobachtete aber schon Neunjährige, die bis Mitternacht vorm Haus saßen und zockten. Eine Zeitschaltuhr stoppt jetzt die Surferei früher am Abend. Der Bedarf an öffentlichen Zugangspunkten scheint auch in Zeiten der Smartphone-Flatrates gegeben.

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„Das Ganze geht zurück auf einen interfraktionellen Antrag, den das Stadtparlament im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen hatte“, erläuterte Bürgermeister Roland Kern (AL). Angestrebt werden Hotspots in mehreren öffentlichen Einrichtungen: Jugendzentrum Ober-Roden, Kulturhalle, Kelterscheune, Bürgertreff Waldacker, Halle Urberach, die Feuerwehrhäuser und der Bücherturm Ober-Roden. „Bei für die Stadt vertretbaren rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, wie es im Antrag heißt.

Vor dem Ende der Testphase soll der Magistrat Bericht erstatten, ob die Erfahrungen (technische Verlässlichkeit, Kosten, Probleme, Nutzerfeedback, Zugriffshäufigkeiten, Datenvolumina etc.) eine Ausweitung – möglicherweise in Kooperation mit Gewerbetreibenden und Unternehmen - rechtfertigen. (lö)

Quelle: op-online.de

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