WM-Fieber in Urberach

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„Viva Mexico!“: Nicht nur die höchst muntere Mannschaft der Mexikaner (aus Münster), sondern auch ihre gut ausgerüstete Fangemeinde sorgte für mächtig Stimmung im Urberacher Stadion. Mit Schlachtgesängen, Anmut und Grazie unterstützten auch die Anhänger der spanischen (Viktoria F2-)Mannschaft ihre Spieler.

Urberach ‐ „54, 74, 90, 2010 – ja, so stimmen wir alle ein: mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein!“ Von Christine Ziesecke

Der Text der Sportfreunde Stiller, die 32 riesigen Länderfahnen an der Tribüne des FC Viktoria Urberach sowie dröhnende Vuvuzela- und Trommelklänge und Schlachtgesänge aus der Fankurve ließen am Wochenende nicht nur bei den F1-Kickern der Fußball-Mini-WM die Herzen schon bedeutend höher schlagen: Kaum ein Fan konnte sich dieser Atmosphäre entziehen.

Die zweite Mini-WM, die der Verein im großen Stil und mit viel Routine ausrichtete, stand unter einem guten Stern und unter strahlender Sommersonne. Das ließ den Schweiß bei den sechs- bis neunjährigen Kickern beiderlei Geschlechts ebenso fließen wie bei den vielfach absolut stilecht gewandeten Fans. Die Kicker selbst in den Trikots der 32 Länder spielten in der Vorrunde eben jene Partien nach, die am Freitag in Südafrika angepfiffen werden.

Mehr Fotos von der Mini-WM:

32 F-Jugendteams bei Mini-WM

Alle hatten ihren Spaß, und mit viel Würde und hippeliger Erwartung zogen die Mannschaften hinter Ländertafeln und Nationalfahnen auf den Sportplatz, wo sie von Pfarrer Klaus Gaebler einen Segen zugesprochen bekamen. Auch Ex-Vereinspräsident Werner Braun, Jugendleiter Peter Lotz, Landrat Oliver Quilling und Bürgermeister Roland Kern, der sich in diesem Moment fühlte „wie der Bürgermeister der Welt!“, wünschten alles Gute.

Auf drei Plätzen sorgten sieben Schiedsrichter des FC Viktoria für ein faires Spiel. Fair gemäß der preisgewürdigten Aktion des FC Viktoria blieb natürlich auch die Fangemeinde, auch wenn sie lautstark mitfieberte und an den Verpflegungsständen so manche Pizza, Pommes oder Crêpes und weit über tausend Liter von Getränken verdrückte.

Natürlich wurden die spanische und die japanische Mannschaft wie auch die Kicker von der Elfenbeinküste am frenetischsten bejubelt – versteckten sich darin doch die F-Jugendlichen der Viktoria. Doch auch die Italiener aus der TS-Jugend und die TG-Kicker im Trikot der Schweiz hatten viele Anhänger dabei. Das galt natürlich auch für alle anderen Mannschaften aus dem südlichen Rhein-Main-Gebiet. Die samstägliche Mittagspause nutzte die aufstrebende Juniorinnen-Mannschaft des FC Viktoria zu einem Einlagespiel, während Ehrengast Renate Lingor – zweimalige Weltmeisterin mit den deutschen Damen – sich die Finger mit Autogrammen wund schrieb. Im Interview mit B-Juniorin Anja Werkmann erzählte sie von ihren fußballerischen Anfängen als ständige Begleiterin ihres größeren Bruders, bis es schließlich hieß: „Sie ist doch eh immer dabei, also lassen wir sie auch mitspielen! Das durfte ich dann auch, bis ich besser wurde als er...“

Freundschaftliches und friedliches Miteinander

Verschwitzt und ausgepowert, aber zumeist glücklich zogen sich die Mannschaften am Samstagabend zurück, um Kraft für die Finalspiele am Sonntag zu sammeln – bis auf die Slowenen vom FV Eppertshausen – sie machten das Vergnügen rund und zelteten zwei Nächte auf dem Viktoria-Gelände.

Ein großes Lob und viel Anerkennung gab‘s von allen Mannschaften und Fans für den Ausrichter. Was hier von Vereins- und vor allem auch von Elternseite aufgezogen wurde, war wieder einmal ein riesiges Vergnügen für jeden, der den runden Ball mag, vor allem aber war es ein freundschaftliches und geselliges, friedliches Miteinander. Die Ergebnisse der Halbfinalpaarungen und des großen Finales stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest – wir reichen es nach.

Bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen, dass Jogi Löw und seine Mannen nicht zu genau zugeschaut haben: Schließlich zog Deutschland alias die F-Jugend der JSG Otzberg in Urberach nach der Niederlage im Achtelfinale nur in die Trostrunde ein.

Quelle: op-online.de

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