Wochenende voller Adrenalin

Jugendfeuerwehr simuliert Arbeit der Berufsfeuerwehr

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Gemeinsam mit neun Betreuern erlebten 15 Kinder und Jugendliche die aufwendige Abschlussübung des Berufsfeuerwehrwochenendes in Urberach.

Wieder einmal konnten Kinder und Jugendliche in beiden Stadtteilen ein wenig Gefühl dafür bekommen, wie es bei den Feuerwehr-Profis zugeht.

Urberach – In Ober-Roden wie auch in Urberach konnten sie das Berufsfeuerwehr-Wochenende erleben – rund um die Uhr (mit einer allerdings großzügigen Nachtruhe) hieß es: „Raus! Einsatz!“.

In Urberach nutzten 15 Acht- bis 16-Jährige, darunter viele „Frischlinge“, diese Chance und ließen sich von neun Betreuern der Jugendwehr erst einmal grob einweisen, ehe das Spektakel losging: Szenarien wie umgestürzte Bäume, eine hilflose Person hinter einer verschlossenen Tür, das Auslaufen von unbekannter und womöglich gefährlicher Flüssigkeit, illegale Lagerfeuer und einiges mehr simulierten den Ernstfall. „Das Highlight war der Gefahrguteinsatz, der gemeinsam mit der Feuerwehr Eppertshausen geklärt werden konnte“, berichtete Dennis Zischka.

Sarah Felten und Jan Wahl hatten das Wochenende geplant. Zur großen Abschlussübung kamen die Teilnehmer des Berufsfeuerwehr-Wochenendes aus Eppertshausen sowie einige Mitglieder des Jugend-Rotkreuzes Dreieich dazu. In der ehemaligen Kelterei Schwarzkopf knallte und zischte es kräftig; laute Hilfeschreie drangen aus dem ausladenden Inneren, dicker Qualm umnebelte die ankommenden Helfer.

Rödermark: Üben für den Ernstfall

Vorgabe war ein Kurzschluss im Lager der Kelterei, der rasch zum Brandherd wurde. Rauch zog bis hoch in die Wohnung, wo Menschen vermisst wurden oder laut um Hilfe schrien. Doch es lief perfekt: Mit Unterstützung der Jugendwehr wurden Dummies und täuschend echt geschminkte „Opfer“ dem DRK-Trupp übergeben sowie Feuer und Qualm eingedämmt. Von ihren Balkonen herunter begleiteten die Nachbarn das turbulente Spektakel teilweise sogar mit Popcorn und kühlen Getränken.

Mit einer gemeinsamen Manöverkritik in der Feuerwache endete das durchaus aufregende Wochenende. Einen nächtlichen Termin hatten die Organisatoren spontan gestrichen, um die Kinder nicht gar zu sehr zu belasten, erläuterte Ausbilder Dennis Zischka.

Über der Abschlussübung lag ein großer Wehmutsschleier: Edmund Weiland, der Enkel des Gründers Adam Schwarzkopf, hatte seine Kelterei gerne zur Übung freigegeben: „Ich bin doch schon viele Jahre selbst Feuerwehrmitglied!“ Doch am Tag danach trennte er sich endgültig von ihr und unterschrieb die Papiere – seit gestern ist der Komplex in anderen Händen und wird einer Reihenhausbebauung weichen.

Bei Edmund Weiland ist nach 50 Jahren harter Arbeit die Wehmut inzwischen weitgehend der Erleichterung gewichen, zumal er mit seinem klimaneutralen Holzhaus auch ein neues Projekt hochgezogen hat. Doch so mancher der Zuschauer dieser ausgesprochen feuchten Abschlussübung wurde recht sentimental bei der Erinnerung, wie viele seiner Kinder immer im Herbst hier die Anlieferung und Verarbeitung der Äpfel erleben und natürlich auch den frischen Süßen kosten durften und wie viele Schwarzkopf-Schoppen sie selber wohl zu sich genommen hatten.

Damit ist nun endgültig Schluss; die großen Tanks und Wannen vor der einstigen Kelterei in der Darmstädter Straße standen erst mal voller Löschwasser.  chz

Quelle: op-online.de

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